Größte Privatuni hat neuen Eigentümer
Die Sigmund Freud Privatuniversität (SFU) hat einen neuen Eigentümer. Das britische Investmenthaus Oakley Capital übernimmt die bisher vom Gründungstrio Alfred Pritz, Jutta Fiegl und Heinz Laubreuter gehaltene Betriebsgesellschaft der SFU, teilte die Hochschule am Dienstag mit. Die SFU ist mit etwa 6.000 Studierenden die derzeit größte Privatuniversität in Österreich und bietet Studien in Psychotherapiewissenschaft, Psychologie, Human- und Zahnmedizin sowie Jus an.
Mit dem Eigentümerwechsel vollzieht die 2005 gegründete Universität endgültig einen Generationenwechsel. Bereits im Sommer des Vorjahres war Pritz als Rektor von Johannes Pollak abgelöst worden, auch Laubreuter zog sich als Kanzler der Uni zurück. Die Wechsel waren nicht zuletzt wegen einer Novelle des Privathochschulgesetzes nötig geworden. Diese legte fest, dass Personen, die direkt oder über eine Gesellschaft an der Trägereinrichtung der Hochschule beteiligt sind, keine Leitungsfunktionen mehr innehaben dürfen. Anzeigepflichtig bei der hochschulischen Aufsichtsbehörde ist der Eigentümerwechsel laut SFU nicht, Probleme mit der Investitionskontrolle aufgrund der ausländischen Beteiligung erwartet man nicht.
“Wollen umfassende Gesundheitsuniversität werden”
Pollak will mit den neuen Eigentümern nun das Studienangebot in Wien ausbauen, die Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen verstärken sowie in Digitalisierung, Forschung und innovative Lehrformate investieren. “Wir wollen eine umfassende Gesundheitsuniversität werden”, hieß es gegenüber der APA. So sollen etwa Schulungen in Sonografie oder Lehrgänge für plastische und rekonstruktive Chirurgie angeboten werden.
Außerdem will man mit dem neuen Partner, der auf Beteiligungen im Hochschul-, Bildungs- und Technologiesektor spezialisiert ist, die Umstellung auf mehr digitale Lernformate vorantreiben. “Wir haben aber nicht die Absicht, Fernstudien anzubieten.” Mit der Erfahrung von Oakley werde aber etwa die Integration von KI in den Unterricht sicher leichter, meinte Pollak.
Standort in Westösterreich gesucht
Ausgebaut werden sollen die SFU-Standorte in Berlin und Mailand. Außerdem plant man weiter einen Standort in Westösterreich – zuletzt hatten sich Gespräche über einen solchen in Wörgl (Tirol) zerschlagen. Aufgrund der aktuellen Platzsituation würde man auch in Wien gerne zubauen, man sei schon länger auf der Suche nach Büros. Es fehle aber noch das passende Grundstück, so Pollak.
Zusätzliche Studierende in den Kernstudien soll es in Wien vorerst aber nicht geben. “Für einen Ausbau müssten zunächst Fragen der Qualität beantwortet werden.” Es gebe eine “natürliche Grenze, wie weit man wachsen kann”, meinte Pollak. In der Medizin nimmt die SFU derzeit jährlich 270 Studierende (220 Human, 50 Zahnmedizin) auf, die praktische Ausbildung erfolgt dezentral in den Krankenhäusern des Wiener Gesundheitsverbunds, der Barmherzigen Brüder und der Vinzenz Gruppe.
Über den Kaufpreis der Transaktion, die in den kommenden Wochen finalisiert werden soll, wurde Stillschweigen vereinbart.