Große Mehrheit für stärkere Unternehmensbesteuerung

25.06.2026 • 13:00 Uhr
Große Mehrheit für stärkere Unternehmensbesteuerung

Eine stärkere Besteuerung von Unternehmen und hohen Vermögen findet in der heimischen Bevölkerung großen Zuspruch. Laut dem am Donnerstag veröffentlichten Statistik-Austria-Bericht “So geht’s uns heute” sprachen sich rund 74 Prozent der Befragten für höhere Gewinnsteuern für Unternehmen aus. Vermögens- und Erbschaftssteuern für die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung werden – je nach konkreter Ausgestaltung – von 58 bis 61 Prozent befürwortet.

Wesentlich weniger Zustimmung erhalten hingegen Budgetkonsolidierungsmaßnahmen, die breite Bevölkerungsschichten direkt betreffen würden. Dazu zählen die Erhöhung von Einkommenssteuern oder Sozialversicherungsbeiträgen (fünf Prozent) sowie Leistungskürzungen in der Krankenversicherung oder bei Pensionen (jeweils sechs Prozent).

Jedenfalls sorgt man sich hierzulande um das Budgetdefizit. Mehr als 90 Prozent machen sich Sorgen darum, wie die mittlerweile 18. Befragungswelle ergab. Für das Panel “So geht’s uns heute” werden jeweils dieselben Personen befragt, um Veränderungen infolge der Krisen gezielt zu messen. An der quartalsmäßigen Befragung, die durch die Europäische Statistikbehörde Eurostat und das Sozialministerium kofinanziert wurde, nahmen im Zeitraum von Februar bis März 3.522 Personen im Alter von 18 bis 74 Jahren teil. Ab der kommenden Welle wird die Befragung nur noch halbjährlich durchgeführt, heißt es.

Erheblicher Teil nahm Verschlechterung wahr

Ein erheblicher Teil der Befragten nahm bereits in den zwölf Monaten vor der Erhebung Verschlechterungen bei staatlichen Leistungen wahr. Dadurch und durch die Sorgen um das Budgetdefizit gehen 30 Prozent der Befragten davon aus, dass sich staatliche Unterstützungen im Folgejahr verringern werden, während lediglich fünf Prozent eine Verbesserung erwarten.

Zudem berichteten im ersten Quartal 23 Prozent der Befragten – hochgerechnet etwa 1,5 Millionen Menschen – in den vergangenen zwölf Monaten Einkommensverluste erlitten zu haben. Für rund 33 Prozent hingegen hat sich die Einkommenssituation verbessert. Dieser Wert lag im Vorjahr noch zehn Prozentpunkte höher. Insbesondere Personen mit niedrigem Haushaltseinkommen sowie Personen in Haushalten, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind, berichteten verstärkt von Einkommensverlusten. Hochgerechnet gaben laut Statistik Austria etwa 703.000 Menschen (elf Prozent) an, Schwierigkeiten gehabt zu haben, mit dem laufenden Einkommen auszukommen. Dieser Anteil blieb im Vergleich zum Vorjahr konstant.

Skepsis dominiert

Mit Skepsis blicken die Befragten auf die wirtschaftliche Entwicklung in Österreich. 57 Prozent gingen davon aus, dass sich diese hierzulande in den kommenden zwölf Monaten verschlechtern werde. Und rund 20 Prozent erwarteten, dass sich ihr Haushaltseinkommen im Verlauf der nächsten zwölf Monate verringern wird.