Helsinki lehnt Rubelzahlung für Gas aus Russland ab

17.05.2022 • 18:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Der staatliche finnische Energiekonzern Gasum geht im Streit um die von Russland für Gaslieferungen geforderte Zahlung in Rubel auf Konfrontationskurs zum russischen Gasriesen Gazprom. Gasum teilte am Dienstag mit, die Forderung nach einer Abwicklung in Rubel nicht zu akzeptieren. Daher bestehe die Gefahr, dass Russland seine Lieferungen einstelle.

Russland hat wegen der Ablehnung seiner Rubelforderung Polen und Bulgarien den Gashahn bereits abgedreht. Gasum werde alles dafür tun, dass die Versorgung Finnlands gesichert sei, sagte Vorstandschef Mika Wiljanen. Der Konzern habe eine Schlichtungsstelle angerufen, um den Fall zu klären.

Finnland bezieht den größten Teil seines Erdgases aus Russland. Allerdings deckt Gas lediglich fünf Prozent des Energiebedarfs des Lands.

Andere europäische Versorger scheinen dagegen Lösungen für den umstrittenen Zahlungsmechanismus gefunden zu haben: Der französische Versorger Engie teilte mit, man habe sich mit dem Gasprom auf die Zahlungsabwicklung für Gaslieferungen geeinigt. Es sei eine für beide Seiten akzeptable Vereinbarung getroffen worden, die auch nicht gegen die vom Westen gegen Russland verhängten Sanktionen verstoße, sagte Engie-Chefin Catherine MacGregor am Dienstag. “Wir zahlen in Euro und wir unterliegen keinem Währungsrisiko.” Auch der deutsche Versorger Uniper bezahlt seine Gaslieferungen weiter in Euro. “Wir erhalten die Rechnung in Euro. Und wir bezahlen in Euro auf ein Konto der Gazprombank im Einklang mit dem neuen Zahlungsmechanismus”, erklärte das Unternehmen.

Russland hatte von als unfreundlich bezeichneten Ländern für Gaslieferungen eine Zahlung in Rubel verlangt und damit Sorgen vor einem Lieferstopp geschürt. Die EU hatte eine Zahlung in Rubel abgelehnt. Sie hat jedoch den Versorgern gestattet, ein Konto in Russland zu eröffnen, auf das sie für das Gas Zahlungen wie gehabt in Euro oder Dollar leisten – vorausgesetzt, dass die Transaktion anschließend als abgeschlossen gilt. Die EU-Kommission riet den Unternehmen am Dienstag, deutlich zu erklären, dass für sie die Transaktion mit der Überweisung in Euro oder Dollar abgeschlossen sei und es keine weiteren Verpflichtungen mehr gebe. Auf diese Weise könnten die Firmen eine Abwicklung mit der russischen Zentralbank vermeiden, gegen die Sanktionen verhängt wurden.