ImPulsTanz geht mit äußerst positiver Bilanz ins Finale

“Man weiß gar nicht, wo man hingehen soll in diesen letzten Tagen, es ist verrückt”: Noch bis Sonntag wartet die diesjährige ImPulsTanz-Ausgabe mit zahlreichen Performances, Workshops und Partys auf, doch bereits am Donnerstag zog Intendant Karl Regensburger bei einem Pressegespräch äußerst positiv Bilanz. “Ich hätte nicht gedacht, dass wir den Erfolg des Vorjahres noch steigern könnten”, so der Festivalchef, der damit rechnet, die Marke von 200.000 Besuchen zu überspringen.
Bis Anfang dieser Woche wurden 47.700 Karten verkauft, bis Sonntag rechnet man mit einem Endstand von 49.000 Kartenverkäufen. “Wir können heute schon sagen: Es kann nicht mehr viel dazukommen, weil schon alles ausverkauft ist”, so Regensburger, der angesichts von 53.500 aufgelegten Tickets, wovon 4.500 als Freikarten für u.a. Künstler und Presse ausgegeben wurden, eine nahezu hundertprozentige Auslastung erwartet. Aufgrund der hohen Nachfrage nach den Performances wurden 22 Zusatzvorstellungen angesetzt, und “es hätte auch noch sicher zehn mehr geben können”. Doch habe er hier “die Notbremse ziehen müssen”, schließlich stoße sein Team nicht zuletzt aufgrund von einzuhaltenden Ruhezeiten an seine Grenzen. Nachsatz: “Jede Zusatzperformance bringt das ganze Gefüge durcheinander. Und ich möchte natürlich auch, dass die Mitarbeiter auch ins Theater gehen und das Festival genießen können.”
136 Vorstellungen von 56 Produktionen
Inklusive der 22 Zusatzvorstellungen bot das Festival seit 9. Juli 136 Vorstellungen von 52 Compagnien bzw. Künstlerinnen und Künstlern. Unter den 56 Produktionen waren zwölf Uraufführungen und 28 österreichische Erstaufführungen. Im Rahmen der Workshop- und Research-Projekte verzeichnete man rund 47.800 besuchte Kurseinheiten, insgesamt wurden 240 Workshops und 44 Studios angeboten. Die “Public Moves”, die heuer ihr 10-Jahr-Jubiläum feiern, zogen über 15.800 Teilnehmende sowie über 17.600 Zuschauende an, wobei man bis zum Ende des Festivals mit insgesamt 25.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und ebenso vielen Zuschauerinnen und Zuschauern rechnet. Von den prognostizierten über 200.000 Besuchen habe rund die Hälfte Events bei freiem Eintritt stattgefunden.
Höchst zufrieden zeigte sich Regensburger auch mit dem Eigendeckungsgrad von 47 bis 48 Prozent: Das Gesamtbudget von 10,8 Mio. Euro setzt sich aus Subventionen von 4,25 Mio. Euro von der Stadt Wien und 1,4 Mio. Euro vom Kulturministerium, Unterstützung von internationalen Organisationen (650.000 Euro) und 1,4 Mio. Euro an Sponsoring und Wirtschaftskooperationen zusammen. Hinzu kommt ein Kartenerlös von 2,1 Mio. Euro. “Bei der Eigenfinanzierung jage ich immer noch den Salzburger Festspielen hinterher, aber das werden wir nie schaffen”, scherzte Regensburger mit Blick auf den Eigenfinanzierungsgrad der Festspiele von über 70 Prozent.
Finale mit Dianor, Harrell und großer Party
Dicht gedrängt präsentieren sich nun die letzten Festivaltage: Am Donnerstagabend feiert Amala Dianor im Volkstheater mit “Underflow” Premiere, Chris Haring zeigt mit seiner Compagnie Liquid Loft heute und morgen im mumok eine Spin-Off-Version von “Hold&Resist” und Trajal Harrell kooperiert im Odeon im Rahmen seiner “Histoire(s) du Théâtre”-Serie mit der portugiesischen Fado-Sängerin Lula Pena (7. und 9. August). Die österreichische Choreografin Lisa Hinterreithner bringt ihre Performance “many in a bed” in der mumok-Hofstallung zur Uraufführung (7. und 9. August) und im Kasino am Schwarzenbergplatz zeigt das Wiener Performance-Duo maria mercedes (7. und 9. August) mit fantasievollen Kostümen “shining rose.
Mit “the biggest expressions ever” verwandelt man am Freitag den Arkadenhof des Wiener Rathauses schließlich in eine Party-Location: Für den Sound sorgt u.a. der französische Komponist und DJ Awir Leon, Dianor und seine Compagnie laden mit Performances und Battles zur direkten Interaktion mit dem Festivalpublikum. “Mir geht es dabei um Freiheit und Teilen von Raum und Bewegung”, so der französische Choreograf bei der Pressekonferenz. “Dieser Abend wird ein riesiges Q&A, ein bewegtes Fragen & Antworten.”
(S E R V I C E – )