In Österreich bleibt es weiter trocken

Nach einem ohnehin von Hitze und Trockenheit geprägten Sommer sind in Österreich in den kommenden Tagen keine nennenswerten Niederschläge zu erwarten. Auch über die nächste Woche hinaus sei “keine Wetterumstellung hin zu feuchtem Wetter in Sicht”, sagte Klimaforscher Klaus Haslinger von der Geosphere Austria am Dienstag zur APA.
Eine beständige Hochdrucklage wie die aktuelle sei zwar nicht komplett ungewöhnlich um diese Jahreszeit, betonte der Experte. Das Problem sei nur, dass die Monate davor auch schon von großer Trockenheit geprägt waren. “Die Hitze ist jetzt überstanden”, sagte Haslinger. Aber auch wenn sich die Menschen jetzt über das schöne Wetter freuen, würde der Natur etwas Regen gut tun. Eine kurze Regenphase nach dem Sommer hätte laut Haslinger zwar für Entspannung in der obersten Bodenschicht gesorgt und die Wiesen wieder grün werden lassen, aber bei den Flüssen gäbe es nach wie vor keine Entwarnung.
Klares Defizit an Niederschlag
In Österreich ist laut Geosphere Austria seit Jahresbeginn im Flächenmittel eine Niederschlagsmenge von rund 600 Millimetern gefallen. Das entspricht einem Defizit von rund einem Drittel bzw. von 280 Millimetern Niederschlag. Das sei etwa die Menge, die in Österreich in zwei durchschnittlichen Sommermonaten fällt. Ähnlich niederschlagsarm war es den Informationen zufolge von Jänner bis September nur in den Jahren 2003, 1868 und 1865. Dass sich das Defizit bis Jahresende ausgleichen wird, ist unwahrscheinlich.
Die letzten drei Monate des Jahres bringen – wenn in allen drei Monaten eine durchschnittliche Niederschlagsmenge fallen sollte – in Summe nur etwa 210 Millimeter Niederschlag, sagte Klimatologe Alexander Orlik von der Geosphere Austria. Das würde eine Jahresniederschlagssumme 2026 von etwa 810 Millimetern ergeben, also wieder um etwa 280 Millimeter oder um 25 Prozent weniger Niederschlag als in einem durchschnittlichen Jahr.
Besonders hohe Defizite gibt es nach wie vor in Vorarlberg, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, Wien, Burgenland und weiten Teilen der Steiermark, teilte der Experte mit. Hier würde seit Jahresbeginn zumindest mehr als ein Drittel des Niederschlags fehlen, der hier normalerweise in einem durchschnittlichen Jahr fällt. Im Flachgau, Innviertel, Waldviertel, Mostviertel und im nördlichen Weinviertel liegen die Defizite den Angaben zufolge bei mehr als 40 Prozent.