Inflation im April auf 3,4 Prozent gestiegen

20.05.2026 • 13:34 Uhr

Die Folgen des Iran-Kriegs haben die Inflation in Österreich im April auf 3,4 Prozent steigen lassen. Für etwa einen Prozentpunkt – also für rund ein Drittel der Teuerung – seien gestiegene Treibstoff- und Heizölpreise verantwortlich, teilte die Statistik Austria am Mittwoch mit. Die Schnellschätzung der Statistiker für April wurde damit um 0,1 Prozentpunkte nach oben korrigiert. Im Vormonat März war die Rate bei 3,2 Prozent gelegen.

Die Teuerung im Bereich Verkehr lag im April durchschnittlich bei 7,7 Prozent und kam damit merklich höher als im März (plus 6,3 Prozent) zu liegen. Dazu trugen vor allem die Treibstoffe bei, deren Preise im Jahresvergleich um 28 Prozent nach oben schnellten, nach einem bereits starken Anstieg von 17,5 Prozent im März. Die Spritpreisbremse habe die Inflationsrate allerdings um 0,2 Prozentpunkte abgeschwächt, hielt die Behörde fest. Ebenso habe der im Vergleich zum Vorjahr um zwei Wochen frühere Ostertermin für günstigere Pauschalreisen gesorgt und die Inflation ebenso um 0,2 Prozentpunkte gedämpft.

Strom im Jahresabstand billiger

Die Preise für Haushaltsenergie erhöhten sich um 1,5 Prozent, wobei sich Heizöl massiv verteuerte (plus 62,6 Prozent). Strom hingegen verbilligte sich merklich (minus 10,2 Prozent), wobei insbesondere die ab Jänner 2026 wirksamen Reduzierungen der Elektrizitätsabgabe sowie des Erneuerbaren-Förderbeitrags weiterhin preisdämpfend gewirkt hätten, schreibt die Statistik Austria. Für zusätzliche preisdämpfende Effekte sorgten den Angaben zufolge die Einführung des Sozialtarifs für von der ORF-Gebühr befreite Haushalte sowie die Einführung des Sommer-Netztarifs.

Wesentlicher Inflationstreiber blieben die Dienstleistungen. Hier seien die Preise weiterhin überdurchschnittlich gestiegen, jedoch nicht mehr so stark wie zuletzt. In der Gastronomie und der Hotellerie war etwa ein durchschnittliches Plus von 4,9 Prozent zu verzeichnen, nach plus 5,1 Prozent im März. Die Teuerung bei Nahrungsmitteln lag mit 2,4 Prozent hingegen, wie schon im Vormonat, unter der Gesamtinflation.

Eurozonen-Inflation im April geringer als in Österreich

In der Eurozone zog die Inflation aufgrund des Ölpreisschocks ebenso an. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im April um durchschnittlich 3,0 Prozent, wie das EU-Statistikamt Eurostat mitteilte. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine Teuerungsrate von 2,0 Prozent an.

Regierung verweist auf Maßnahmen, Kritik der FPÖ

Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl sowie Energiestaatssekretärin Elisabeth Zehetner (beide ÖVP) reagierten mit einem Verweis auf preisdämpfende Maßnahmen der Regierung. Man könne die durch externe Faktoren bedingte Teuerung nicht verhindern, sei aber bemüht, die Auswirkungen bestmöglich abzufedern, hieß es von beiden sinngemäß. Die SPÖ stieß in ein ähnliches Horn, nahm die Zahlen aber auch zum Anlass, Kritik an FPÖ und Grünen zu üben, die “sich im fatalen Paarlauf gegen die gerade jetzt so wichtigen Anti-Teuerungsmaßnahmen und damit gegen die Bevölkerung stellen”, wie Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim meinte. Diese zögen etwa nicht bei der Mehrwertsteuer-Halbierung auf Grundnahrungsmittel mit, die am Donnerstag im Nationalrat beschlossen werden soll.

Von der FPÖ wiederum kam Kritik an der Regierung: Niedrigere Inflationsraten in manchen Nachbarländern würden zeigen, dass neben der kriegsbedingten Teuerung auch “hausgemachte Fehler in der Wirtschaftspolitik” passiert seien, sagte die freiheitliche Wirtschaftssprecherin Barbara Kolm. Für den Gewerkschaftsbund (ÖGB) war angesichts der Wirkung der Spritpreisbremse unverständlich, warum diese im Mai abgeschwächt worden sei, hielt Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth fest.