Iran: Gaspreise dürften sich nicht so schnell erholen

20.03.2026 • 08:24 Uhr
Iran: Gaspreise dürften sich nicht so schnell erholen

Energieexperte Johannes Benigni rechnet damit, dass die Gaspreise auch nach dem Krieg in Nahost auf höherem Niveau als zuvor bleiben werden. Grund ist der iranische Angriff auf Flüssiggasanlagen in Katar: “Im Gasbereich werden uns auch nachhaltig ungefähr 17 bis 20 Prozent des Gases aus dem Land für die nächsten drei bis fünf Jahre fehlen”, sagte er gegenüber dem Ö1-“Morgenjournal”. “Das heißt, die Gaspreise werden auch nicht so entspannt sein, wenn der Krieg vorbei ist.”

Ein Grund dafür sei die Erwartungshaltung des Markts – vor dem Krieg in Nahost seien Flüssiggas-Kapazitäten in Katar aufgebaut worden, die dem Markt nun nicht zugeführt werden können, so der Energieberater von der Firma JBC Vienna. “Die Erwartungshaltung ist nun von jedem enttäuscht.” Ausbleibendes Flüssiggas aus Katar sei weltweit ein großes Problem, aber auch Europa sei stark von dem Energieträger aus dem Golfstaat abhängig, meinte Benigni. In der Konsequenz werde auch das Befüllen der Gasspeicher in Österreich teurer.

Mit Blick auf bombardierte Öl-Förderanlagen sei in einem positiven Szenario davon auszugehen, dass die Produktion nach Ende des Krieges innerhalb von ein bis zwei Monaten wieder richtig anläuft, so der Fachmann weiter. “Das ist überbrückbar, aber auch in diesem Bereich werden die Preise nicht so schnell wieder auf das vorherige Niveau zurückgehen.”