Island will kommerziellen Walfang beenden

Island will den kommerziellen Walfang beenden. Die Regierung in Reykjavik will im Februar einen Gesetzentwurf für ein dauerhaftes Verbot einbringen, kündigte sie auf ihrer Internetseite an. Der Walfang in dem Inselstaat sorgt seit Jahren für Proteste von Tierschützern und Prominenten. Kommt es zum Verbot, würden nur noch Norwegen und Japan den Walfang kommerziell betreiben. Die isländische Regierung verfügt über eine eigene Mehrheit im Parlament.
Die Ankündigung der Regierung stellt eine Kehrtwende dar. “Es gibt eine beträchtliche politische und öffentliche Unterstützung für dieses Gesetz”, sagte die Sprecherin der Tierschutzorganisation, Wendy Higgins. Das mache “Hoffnung auf einen Erfolg”. Finnwale, das Hauptziel der isländischen Walfänger, werden von der Weltnaturschutzunion als gefährdet eingestuft.
In laufender Jagdsaison 80 Finnwale getötet
In der laufenden Jagdsaison, die von Juni bis Ende September dauert, wurden nach Angaben der Tierschutzorganisation Humane World for Animals bis zum 9. September 80 Finnwale getötet. Die Quote erlaubt in diesem Jahr den Fang von 150 Tieren. 2024 hatte eine Übergangsregierung dem einzigen verbliebenen Walfangunternehmen des Landes eine Lizenz für fünf Jahre erteilt.
Island, Norwegen und Japan sind die einzigen Länder, die in den vergangenen Jahren kommerziellen Walfang betrieben haben. Sie widersetzen sich damit einem internationalen Moratorium, das 1986 zum Schutz der Walbestände in Kraft trat. Norwegen nahm den kommerziellen Walfang 1993 wieder auf, Island folgte 2006. Japan trat 2019 aus der Internationalen Walfangkommission aus, um die Jagd in seinen eigenen Hoheitsgewässern wieder aufzunehmen. Das Moratorium nimmt indigene Völker in bestimmten Regionen wie Grönland und Alaska weiterhin von dem Verbot aus, da der Walfang für ihre Ernährung und Kultur eine wichtige Rolle spielt.