IT-KV: Erste Verhandlungsrunde ohne Einigung beendet
Die erste Runde der Kollektivvertragsverhandlungen für die mehr als 90.000 Beschäftigten der IT-Branche ist am Montag nach vier Stunden ergebnislos zu Ende gegangen. Die Gewerkschaft GPA fordert eine Erhöhung der Mindestgehälter, der Ist-Gehaltssumme sowie der Lehrlingseinkommen und Zulagen um 3,9 Prozent. Die Arbeitgeber boten vorerst eine Anhebung der Ist-Gehaltssumme um 1,2 Prozent und der Mindestgehälter um 2,0 Prozent.
Aus Sicht der Gewerkschaft bildet das Angebot der Arbeitgeber den wirtschaftlichen Erfolg der Branche nicht ab. “Die IT-Branche entwickelt sich seit Jahren besser als die Gesamtwirtschaft. Wenn Umsätze und Wertschöpfung steigen, dann dürfen die Einkommen der Beschäftigten nicht gleichzeitig sinken”, betonte Birgit Patzak-Windisch, Verhandlungsleiterin der Gewerkschaft GPA. Die Branche sei wirtschaftlich in der Lage, die Kaufkraft der Beschäftigten zu stärken.
Arbeitgeber verweisen auf Kostensteigerungen
Die Arbeitgeberseite plädiert hingegen für Augenmaß in den Verhandlungen. “In den Verhandlungen müssen die bestehenden wirtschaftlichen Unsicherheiten, die es gerade in unserer Branche gibt, jedenfalls Berücksichtigung finden”, forderte Martin Zandonella, Verhandlungsleiter der Arbeitgeber im WKÖ-Fachverband UBIT. “Steigende Umsatzzahlen sind kein belastbarer Indikator für die wirtschaftliche Situation einer Branche, die mit enormen Kostensteigerungen – etwa bei Hardware, Lizenzkosten und Strom – konfrontiert ist.” Die reale Bruttowertschöpfung liege im Bereich Information und Kommunikation bei 1 Prozent und damit nur 0,1 Prozentpunkte über dem österreichischen Durchschnitt. Mit dem vorgelegten Angebot liege man im Rahmen anderer Branchenabschlüsse.
Die Gewerkschaft unterstrich ihre Forderungen indessen mit Wirtschaftskennzahlen der Branche: 2025 erzielte die Informationstechnologie demnach einen Umsatz von 44,31 Mrd. Euro, was einem Plus von 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspreche. Zudem seien Bruttowertschöpfung und Exporterlöse weiter gestiegen. Neben Gehaltserhöhungen verlangt die Gewerkschaft Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen – etwa ein Recht auf Stundenerhöhung bei regelmäßiger Mehrarbeit sowie bezahlte freie Tage am 24. und 31. Dezember – und eine Überarbeitung des Ist-Erhöhungsmodells im Kollektivvertrag. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 5. November angesetzt.