Italien und Spanien beenden Grenzkontrollen im Schengen-Raum
Italien und Spanien wollen ihre vorübergehend wiedereingeführten Grenzkontrollen nicht weiter verlängern. Darauf verständigten sich die Innenminister beider Länder, Matteo Piantedosi und Fernando Grande-Marlaska, nach einem Telefonat, wie das italienische Innenministerium am Donnerstag mitteilte. Stattdessen soll der Informationsaustausch zur Gewährleistung der Sicherheit im gemeinsamen Schengen-Raum verstärkt werden.
Die Entscheidung folgt auf Gespräche zwischen der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und dem spanischen Regierungschef Pedro Sánchez am Rande des jüngsten EU-Gipfels. Diese hatten vereinbart, alternative Möglichkeiten der Zusammenarbeit bei der Sicherheitsgewährleistung und der Steuerung von Migrationsbewegungen zu prüfen.
Auslöser war die Ceuta-Krise
Auslöser der Krise war Ende Juli eine Massenankunft von Menschen in der spanischen Nordafrika-Enklave Ceuta. Zwischen 70.000 und 80.000 Menschen sollen damals aus Marokko eingereist sein. Italien führte daraufhin am 1. August vorübergehende Kontrollen bei Flug- und Schiffsverbindungen aus Spanien für Reisende aus Drittstaaten ein. Rom begründete den Schritt mit Risiken für die innere Sicherheit und möglichen terroristischen Infiltrationen.
Spanien reagierte am 8. August mit vergleichbaren Kontrollen für Reisende aus Italien und verwies auf den Migrationsdruck. Die zunächst befristeten Maßnahmen wurden anschließend mehrfach verlängert.