Juni-Inflation sank laut Schnellschätzung auf 3,2 Prozent

01.07.2026 • 14:12 Uhr

Die Teuerung in Österreich hat sich im Juni merklich abgeschwächt. Einer ersten Schnellschätzung der Statistik Austria zufolge sank die Inflationsrate gegenüber dem Vorjahresmonat auf 3,2 Prozent, nachdem im Mai noch 3,7 Prozent verzeichnet worden waren. Im Vergleich zum Vormonat blieb das allgemeine Preisniveau voraussichtlich unverändert. Ausschlaggebend für diesen Rückgang war in erster Linie ein nachlassender Preisdruck bei Treibstoffen und Heizöl.

“Die um 0,5 Prozentpunkte niedrigere Teuerung geht vor allem darauf zurück, dass Treibstoffe, aber auch Heizöl, im Juni weit weniger preistreibend als im Vormonat wirkten”, erklärte Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk. Die Energiepreise stiegen insgesamt mit einem Plus von 5,4 Prozent deutlich weniger stark als noch im Mai, als sie um 9,8 Prozent angezogen hatten. Auch in anderen Bereichen ließ der Preisauftrieb nach: Nahrungsmittel, Tabak und Alkohol verteuerten sich um 1,5 Prozent, nach 2,2 Prozent im Mai. Bei Industriegütern war der Preisanstieg mit 1,1 Prozent unterdurchschnittlich.

Dienstleistungen bleiben stärkster Preistreiber

Den weitaus größten Einfluss auf die Gesamtinflation haben laut der Statistikbehörde jedoch weiterhin die Dienstleistungen. Wie bereits im Monat davor verteuerten sie sich auch im Juni um 4,4 Prozent im Jahresabstand und bleiben damit der dominierende Preistreiber. Die Kerninflation, die sich aus den Industriegütern und Dienstleistungen zusammensetzt, belief sich im Juni auf 3,3 Prozent. Der für europäische Vergleiche berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) wies für Österreich im Juni eine Teuerungsrate von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Im Vergleich zum Vormonat Mai ging der HVPI um 0,3 Prozent zurück.

Reaktionen

Nationalbank-Gouverneur Martin Kocher wertete die aktuelle Schnellschätzung ebenfalls als “grundsätzlich eine positive Nachricht”. Gleichzeitig betonte er, dass es aufgrund der hohen Volatilität auf den Energiemärkten für eine Entwarnung noch zu früh sei. Sollte sich der jüngste Rückgang der Rohölpreise als nachhaltig erweisen, würde dies den Inflationsausblick für die kommenden Monate verbessern und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stützen. 5.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) wertete den nachlassenden Preisdruck bei Treibstoffen als erfreulich und verwies auf strukturelle Reformen sowie unmittelbare Entlastungen wie die gesenkte Elektrizitätsabgabe. Scharfe Kritik an den Regierungsmaßnahmen kam hingegen vom grünen Budgetsprecher Jakob Schwarz, der die heute in Kraft getretene Mehrwertsteuersenkung als teuer und wirkungslos kritisierte und stattdessen gezielte Entlastungen für untere und mittlere Einkommen forderte.

Für die FPÖ bleibt die heimische Inflation weiterhin weitgehend “hausgemacht”. Wirtschaftssprecherin Barbara Kolm führte den aktuellen Rückgang fast ausschließlich auf externe Energieeffekte zurück und forderte eine wirtschaftspolitische Kurskorrektur mit deutlichen Steuer- und Abgabenentlastungen für Betriebe und Haushalte.