Kickl und Vilimsky trafen Likud-Vertreter im EU-Parlament

16.09.2026 • 20:04 Uhr
Kickl und Vilimsky trafen Likud-Vertreter im EU-Parlament

FPÖ-EU-Parlamentarier Harald Vilimsky hat Mittwochnachmittag gemeinsam mit Vertretern seiner “Patrioten für Europa”-Fraktion führende Vertreter der israelischen Likud-Partei von Israels Premier Benjamin Netanyahu zu einer Konferenz mit dem Titel “Islamismus und Antisemitismus: Bedrohungen für Europas Freiheit” ins Straßburger EU-Parlament eingeladen. Auch FPÖ-Obmann Herbert Kickl war überraschend angereist. Betont wurde der Anstieg des Antisemitismus seit dem 7. Oktober 2023.

Damals hatten Hamas-Terroristen Israel überfallen; seitdem herrscht Krieg. Vilimsky war in den vergangenen Jahren mehrfach nach Israel gereist und hatte Kontakte zur Likud geknüpft. Er war im Jänner zusammen mit einer Delegation von EU-Parlamentariern der rechten Fraktion “Patrioten für Europa” aus Ungarn, Spanien und Frankreich von Netanyahu empfangen worden. Vilimsky sprach von einem “Treffen historischen Ausmaßes”. FPÖ-Politiker wurden bisher von offiziellen Vertretern Israels gemieden, unter anderem aus Solidarität mit der jüdischen Gemeinde in Österreich.

Auch Fidesz-Abgeordnete dabei

Vilimsky begrüßte am Mittwoch den politischen Direktor des Likud, Ariel Bulshtein, das Knesset- und Likud-Mitglied Ariel Kellner sowie zwei Rabbiner. Auch EU-Abgeordnete der ungarischen Fidesz-Partei von Ex-Premier Viktor Orbán und tschechische und spanische EU-Abgeordnete waren laut Vilimskys Aussagen bei der auch online übertragenen Konferenz dabei. Der Österreicher betonte, viele Menschen muslimischen Glaubens seien keine Terroristen, aber mit dem Islam habe der Islamismus Einzug gehalten. Er zählte die Attentate etwa in Paris oder Wien auf, und betonte, der Terror stelle insbesondere für die jüdische Welt eine Gefahr dar.

Die FPÖ wolle mit der jüdischen Welt in eine neue Ära eintreten, die Last der Vergangenheit liege acht Jahrzehnte zurück, so der EU-Delegationsleiter. Sein Ziel sei es, an einer guten Kooperation zu arbeiten. Die anwesenden Vertreter der Likud bedankten sich dafür bei Vilimsky und Kickl. Der FPÖ-Obmann betonte, dass der Likud zum Partner im Parteienbündnis geworden sei. Anfang 2025 hatte Netanyahus rechtskonservative Likud-Partei einen Beobachterstatus in der “Patrioten”-Fraktion eingenommen.

Kickl kritisiert EU

Auch Kickl verwies in seiner Rede auf den Terroranschlag der Hamas am 7. Oktober. Dies sei kein Widerstand, sondern ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit gewesen, welches Muslime in ganz Europa gefeiert hätten. Er kritisierte die EU, die nicht eindeutig Stellung beziehe und zwischen Angreifer und Angegriffenen nicht klar unterscheide. Auch er betonte, Muslime nicht pauschal verurteilen zu wollen. Für viele fanatische Muslime sei der Islamismus aber eine “Waffe, gegen unsere Art zu leben”. Damit sei ein neuer Antisemitismus nach Europa gekommen. Jüdinnen und Juden bräuchten in vielen europäischen Städten Schutz.

Kickl erklärte, er wolle die Bewahrung des jüdischen Erbes in Österreich unterstützen und eine lebendige, sichtbare Partnerschaft aufbauen: “Wir bekennen uns dazu, dass wir uns unserer Geschichte ehrlich stellen.” Um Antisemitismus zu bekämpfen, gehöre es dazu, der Gefahr des radikalen Islamismus entgegenzutreten. Diese Konferenz solle der “Beginn etwas Größeren sein”. Auch als möglicher Bundeskanzler wolle er sich für Israel einsetzen.