“Kletterkirche” öffnet: Glettler will auch “Spiritualität”

20.10.2026 • 17:50 Uhr
"Kletterkirche" öffnet: Glettler will auch "Spiritualität"

Das im September 2024 von Diözesanbischof Hermann Glettler erstmals öffentlich ventilierte Projekt einer “Kletterkirche” in Innsbruck ist vollendet. Nachdem im September 2025 die finalisierten Pläne präsentiert worden waren, steht die Eröffnung mit 7. November nun unmittelbar vor der Kirchentüre. Der zuvor ausschließlich sakral genutzte Raum soll von da an sowohl “spirituelle Tankstelle” als auch “Begegnungsort” für die Boulder-Community sein, betonte Glettler am Dienstag.

Das Angebot des Freizeitsportes werde nämlich “mit einem spirituellen Angebot verbunden sein”, strich er bei dem Pressegespräch heraus. So werde nämlich unter der Woche geklettert bzw. gebouldert, am Sonntagabend gebe es jedoch “ein zweistündiges Fenster”. Das bedeute, dass es in diesem Zeitraum “einmal im Monat einen Gottesdienst geben wird, ein anderes Mal etwa ein Taizé-Gebet oder auch ein Schwerpunkt beispielsweise mit ‘Worship and Bible'”, skizzierte der Bischof die Pläne: “Gerade dieses sowohl als auch macht das Besondere dieses Konzeptes aus.”

Diese Besonderheit des nunmehr so gut wie finalisierten Projektes betonte auch der Geschäftsführer des Unternehmens Steinblock, Guntram Mattle, der sowohl die Boulderhalle als auch die damit verbundene Gastronomie betreuen und betreiben wird. “Die Verbindung von religiösen Bezügen mit einer Boulderhalle war eine einzigartige Herausforderung”, erklärte Mattle. Mit dieser Verbindung nehme die Boulderhalle mit rund 600 Quadratmetern Boulderfläche eine Stellung ein, die “in Europa einzigartig ist”.

Bürgermeister sah mit Boulderhalle künftiges “Dreigestirn”

Dem schloss sich auch Bürgermeister Johannes Anzengruber (JA – Jetzt Innsbruck) an, wenn auch geografisch weniger großräumig gefasst. “Die Halle ist eine wirkliche Aufwertung für den Stadtteil”, meinte er. Schließlich entstehe hier nicht nur eine Boulderhalle, sondern eine öffentliche Gastronomie, mit der auch die Gestaltung des Vorplatzes einhergehe. Damit würde die neue “Boulderkirche” mit der angrenzenden Arthur-Haidl-Promenade und dem neuen Hallenbad im Stadtteil, das 2033 eröffnen soll, eine Art “Dreigestirn” bilden.

Bouldern in Sakralbau von Horst Parson

Die nunmehrige Boulderhalle mit spirituellem Teilzeitangebot befindet sich in einem Sakralbau von Horst Parson im Innsbrucker Stadtteil Höttinger-Au, der von 1968 bis 1972 errichtet worden war. Dem nunmehrigen Boulder-Projekt liegt wiederum ein Plan der Architektin Judith Widauer zugrunde. Ihr Entwurf hatte die Ausschreibung für die Gestaltung des Raumes im April 2025 gewonnen. Die Boulderhalle wird für 100 bis 150 Personen im Kirchenraum Platz bieten. Angeschlossen ist zudem eine Gastronomie mit rund 100 Plätzen, von denen sich 50 in einem Gastgarten befinden. Ebenjene Gastronomie wird übrigens ein wenig später öffnen. Diese ist mit 21. November avisiert.