Ein barockes Haus, ein internationaler Teller

Im Magma in Feldkirch treffen Poké-Bowls, Pinsa Romana und italienische Produkte auf die Geschichte des Leone-Hauses.
Wer vor dem Magma in Feldkirch stehen bleibt, dem fällt zunächst das Gebäude auf. Es hebt sich mit seiner Breite und dem barocken Balkon von den schmaleren Gebäuden rundherum ab. Die Fundamente des Leone-Hauses reichen bis ins späte Mittelalter zurück. Seinen Namen verdankt das Haus Peter Josef Leone, Feldkirchs Bürgermeister und Textilpionier. Er ließ Rohbaumwolle importieren und baute dort eine Textilindustrie auf. „Das Haus selbst ist sehr auffallend“, erzählt Eva Peter, die gemeinsam mit ihrem Mann und Geschäftsführer Antonio Cecconi das Magma betreibt. Auch die Breite des Gebäudes ist für Eva Peter ein Zeichen der damaligen Zeit: „Man wollte natürlich zeigen, dass man Wohlstand hat und reich ist“, sagt Peter.

Ein Name, der geblieben ist
Eva Peter und Antonio Cecconi kommen beide aus der Gastronomie. Cecconi stammt aus der Toskana und Peter ist gebürtige Bludenzerin. Gemeinsam führten sie viele Jahre das Café Dörflinger in Bludenz und später die Enoteca Cecconi, ein Weingeschäft mit italienischen Lebensmitteln. Außerdem arbeitete Peter in der internationalen Topgastronomie und Cecconi betrieb eine Bar und ein Hotel in Florenz.
Als die beiden durch Feldkirch gingen und am Haus den Hinweis sahen, dass ein neuer Pächter gesucht wird, trafen sie die frühere Besitzerin. Aus diesem Gespräch wurde das heutige Magma. Den Namen übernahmen sie vom Vorgänger. „Es ist immer gut, wenn du etwas, was die Leute schon kennen, weiterführst“, sagt Peter. Zudem lässt der Name Magma mehrere Deutungen zu: „Mag ma“, „Mag ma ned“ – oder Magma, also Lava, sagt sie lachend. Schließlich wurde das Magma im Oktober 2021 mit einem großen Ansturm eröffnet.

Küche ohne Grenzen
Italienische Einflüsse gibt es auf der Karte, doch als italienisches Restaurant sieht sich das Gastronomiepaar nicht. „Wir sind international. Wir sind nicht nur italienisch.“ Peter hat die Speisekarte des Magma selbst geschrieben. Bei der Zusammenstellung setzt sie auf eine internationale Auswahl statt auf eine rein italienische Küche. Zu den Gerichten, die das ganze Jahr über gefragt sind, gehören zum Beispiel Poké-Bowls. Die hawaiianische Speise wird mit frischem Obst und Gemüse zubereitet. Gäste können die Toppings selbst wählen – etwa gebratenes Huhn, Rinderfilet, Tofu oder Seitan. Auch schwarzer Klebreis gehört dazu. „Das ist wirklich ein super Renner bei uns“, erzählt Peter. Die Zutaten variieren je nach Saison und die Auswahl lässt verschiedene Kombinationen zu, je nachdem, ob Gäste Fleisch oder eine vegane Variante wählen.
Dazu kommen Pinsa Romana und eine breite Frühstücksauswahl. Neben Schinken, Bergkäse, Brie, Marmelade und Butter gibt es Avocado auf Sauerteigbrot. Der Aufstrich lässt sich mit Spiegelei oder Speck kombinieren. Pancakes und French Toast ergänzen das Angebot. Die Nachfrage ist breit verteilt: „Bei uns wird eigentlich immer querbeet durchbestellt.“ In der Küche werde laufend nachproduziert, nichts bleibe liegen.

Kaffee mit Genauigkeit, Wein aus Italien
Für den Kaffee hat Cecconi eine genaue Routine. Er ist Barista, die Maschine wird täglich gereinigt und die Portion für einen Kaffee wird abgewogen. Je nach Luftfeuchtigkeit und Wetter muss die Mühle anders eingestellt werden. „Der Kaffee ist ganz besonders“, erzählt Peter. Dafür arbeitet das Magma mit Mokaflor, einer familiengeführten Rösterei aus Florenz, zusammen. Im Winter gehören auch handgemachte Panettone zum Angebot. Davon verkauft das Magma etwa 300 bis 400 Stück im Monat. „Sie sind immer sehr schnell vergriffen“, erzählt Peter.

Auch das Weinsortiment trägt Cecconis Herkunft in sich. Viele Winzer kommen aus der Toskana und zugleich hat das Gastronomiepaar ein großes Sortiment aus ihrer früheren Enoteca übernommen. Die Enoteca Cecconi war ein exklusives Weingeschäft mit italienischen Lebensmitteln. Neben Prosciutto di Parma gehörten verschiedene Pecorino-Käsesorten zum Angebot. Diese Produktwelt lebt im Magma weiter: Der Prosciutto kommt auf die Pinsa, Salami Toscano ergänzt das Frühstück. Über Cecconis direkte Kontakte nach Italien bezieht das Magma Weine von besonderen Winzern. Neben Wein wird auch Kaffee verkauft.


Regional und täglich frisch
Regional bezieht das Magma Ländle-Milch, Butter und Rahm sowie Bergkäse aus dem Gauertal im Montafon. Je nach Angebot gibt es auch Kalbs- und Schweinefleisch aus dem Montafon. Auch mittags gibt es täglich etwas Frisches: Peter bereitet wechselnde Menüs zusätzlich zur Speisekarte zu. Sie steht selbst in der Küche und übernimmt dort vor allem die Qualitätskontrolle. Im Team helfen zwei Küchenhilfen und Aushilfen im Service mit. Während der touristisch stärkeren Sommermonate bestärken Praktikanten und Praktikantinnen den Betrieb.
Wo Gäste gerne wiederkommen
Heute gehören Weihnachtsfeiern und Hochzeiten ebenso zum Lokalalltag wie die Mittagsmenüs. Besonders wichtig ist die Stammkundschaft: Manche Gäste kommen zwei- oder dreimal in der Woche. „Wir wünschen uns natürlich mehr tolle Stammgäste und glückliche Gäste“, sagt Peter. Gerade hat das Paar einen neuen Pachtvertrag unterschrieben. Noch lange wollen sie das Magma mit der gleichen Leidenschaft und Freude weiterführen.
Magma
Öffnungszeiten und Kontakt:
Adresse: Schmiedgasse 12, 6800 Feldkirch
Tel. 05522/27240
Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag: 9 bis 16 Uhr; Sonntag: 10 bis 16 Uhr; Mittwoch geschlossen.