Klimawandel für Bundesforste weiter großes Thema

20.05.2026 • 15:54 Uhr

Die klimatischen Herausforderungen bleiben für die Österreichischen Bundesforste (ÖBf AG) weiterhin ein großes Thema. “Der Klimawandel ist und bleibt die größte Herausforderung”, sagte ÖBf-Vorstandssprecher Georg Schöppl bei der heutigen Bilanzpräsentation. Höhere Holzpreise und steigende Erlöse mit Vermietungen, Verpachtungen und Baurechtsverträgen ermöglichten aber den vierthöchsten Gewinn der Unternehmensgeschichte.

Nach einem deutlich zu trockenen Jahresauftakt 2025 brachten Niederschläge im Mai und während des Sommers eine Entlastung für die Wälder und Wiesen. 2025 war das achtwärmste Jahr seit Beginn der Messungen im Jahr 1858. Weniger Wetterextreme und Stürme als in den Jahren davor sowie geringere Borkenkäferschäden führten im Vorjahr zu einem Rückgang der Baumschäden. “Die günstigere Schadholzsituation hat uns den Spielraum gegeben, bewusst rund 10 Prozent weniger Holz zu ernten als im Vorjahr”, sagte der ÖBf-Chef. Rund 50 Prozent des von den Bundesforsten geschlägerten Holzes war im Vorjahr Schadholz, 2024 waren es sogar 75 Prozent.

Klimawandel führt zu mehr Schadholz.

Zum Vergleich: In den 1980er- und 1990er-Jahren lag der Schadholzanteil knapp unter 30 Prozent. Der beschleunigte Klimawandel mit mehr Wetterextremen führe zu mehr Schadholz, erklärte der für Forstwirtschaft und Naturschutz zuständige ÖBf-Vorstand Andreas Gruber. Ein Schadholzanteil von 50 Prozent sei “das neue Normal”.

Die im Staatsbesitz befindliche Bundesforste Aktiengesellschaft ist der größte Grundbesitzer in Österreich und verwaltet 10 Prozent der Staatsfläche, darunter 74 der größeren Seen, und 15 Prozent der Waldfläche. 1997 wurden die Bundesforste aus dem Bundesbudget ausgegliedert, Eigentümervertreter ist das Land- und Forstwirtschaftsministerium. Wirtschaftlich ist die ÖBf in den Geschäftsbereichen Forst- und Holzwirtschaft, Jagd und Fischerei, Immobilien, Dienstleistungen und Erneuerbare Energien aktiv.

Immobilien und Energieerzeugung als Gewinnbringer.

Die Betriebsleistung der ÖBf-Gruppe ging von 372,1 Mio. Euro im Jahr 2024 auf 341,5 Mio. Euro im Vorjahr zurück. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) sank von 49,5 Mio. Euro auf 42,9 Mio. Euro. Gründe für den Umsatz- und Gewinnrückgang waren die absichtlich reduzierte Holzerntemenge und niedrigere Strompreise. Die Eigenkapitalquote belief sich im Vorjahr auf hohe 65,6 Prozent. Von den Bundesforsten erhält die Republik Österreich für 2025 eine Dividende von 10 Mio. Euro und ein Fruchtgenussentgelt von 13,2 Mio. Euro.

Im Hauptgeschäftsfeld Forst/Holz sank die Betriebsleistung mit 1,8 Millionen Erntefestmetern von 233,1 auf 214,8 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) reduzierte sich im Holzgeschäftsbereich dadurch von 1,3 Mio. Euro auf 0,4 Mio. Euro. Der Gewinnbringer für die ÖBf-Gruppe sind die Bereiche Immobilien mit einem Ergebnisbeitrag von 35,1 Mio. Euro und Energieerzeugung mit 8,2 Mio. Euro. Mit 4.150 Gebäuden – von Jagdhütten bis hin zu Schlössern – sind die Bundesforste nach eigenen Angaben einer der größten heimischen Immobilienbewirtschafter. Die ÖBf betreiben neun Wasserkraftwerke, zwei Windparks und ein Biomassekraftwerk. Bis 2030 sind fünf weitere Energie-Projekte mit einem Investitionsvolumen von 140 Mio. Euro geplant.

Borkenkäfer-Bekämpfung kostet 6 Mio. Euro.

Das Immobilien- und Energiegeschäft soll die Ertragskraft der Bundesforste absichern. “Der Wald ist und bleibt aber unser Kerngeschäft”, betonte der ÖBf-Chef. Das Hauptziel sei der Erhalt der Wälder, ein Drittel der Bundesforste-Wälder seien Schutzwälder. Aus dem politisch umstrittenen Waldfonds haben die Bundesforste nach eigenen Angaben “minimale Mittel” für Forschungsprojekte bekommen. Der Anspruch sei, sich “selbst zu finanzieren”, so der ÖBf-Vorstand Gruber. 2025 hätten sich die Schäden durch den Borkenkäfer “in Grenzen gehalten”. Die Kosten für die Käferbekämpfung sanken von 9,7 Mio. Euro auf 6,4 Mio. Euro. Die Bundesforste wollen für einen klimafitten Wald den Fichtenanteil in den nächsten Jahrzehnten von 60 Prozent auf 40 Prozent senken und mehr Lärchen, Tannen und Eichen pflanzen.

Gute Nachrichten von den Bundesforsten gibt es für Badegäste an den heimischen Seen: Am Hubertussee bei Mariazell gibt es einen neuen öffentlichen Seezugang. Beim Erlaufsee wurde das Strandbuffet neu gebaut. Beim Attersee wollen die ÖBf eine 13.000 Quadratmeter große Erholungsfläche in Kammer-Schörfling schaffen. Das Projekt soll im Juli im Gemeinderat behandelt werden. Insgesamt bieten die Bundesforste rund 70 kostenlose und frei zugängliche Naturbadeplätze an Badeseen an, unter anderem am Attersee, Faaker See, Hallstätter See, Mondsee, Ossiacher See und Traunsee.