KPÖ fischte vor allem bei Grün- und Nichtwählern

Die große Wahlsiegerin KPÖ bei der Gemeinderatswahl in Graz hat fast von allen Parteien dazugewonnen, am meisten aber fischte sie im Lager der mit ihr gemeinsam regierenden Grünen. Außerdem konnte die Partei von Bürgermeisterin Elke Kahr laut einer Wählerstromanalyse des SORA-Instituts für den ORF mit Abstand am meisten ehemalige Nichtwähler mobilisieren. Der größte Wahlverlierer SPÖ verlor gegenüber der letzten Gemeinderatswahl in alle Richtungen.
In der Wählerstromanalyse zeigt sich, dass die Sozialdemokraten mehr als die Hälfte ihrer Wähler seit der letzten Gemeinderatswahl verloren haben – am meisten davon ins Lager der Nichtwähler. Von den insgesamt 11.000 Stimmen, die 2021 bereits einen historischen Tiefpunkt bedeuteten, konnte die SPÖ bei der Wahl am Sonntag nur 7.000 Stimmen halten, 4.000 davon hatten bei der letzten Wahl schon die SPÖ gewählt. 1.500 Stimmen verloren die Sozialdemokraten an die KPÖ, 1.000 an die ÖVP, jeweils 500 an Grüne und FPÖ und 3.500 frühere SPÖ-Wähler gingen diesmal gar nicht wählen.
Größter Wähleraustausch zwischen KPÖ und Grünen
Der größte Wähleraustausch fand zwischen den seit 2021 gemeinsam regierenden Koalitionspartnern KPÖ und Grünen statt. Aus dem Lager der KPÖ-Wähler wechselten 5.000 zu den Grünen, umgekehrt machten 6.000 Grün-Wähler von 2021 diesmal ihr Kreuz bei den Kommunisten. Der KPÖ gelang es außerdem, vor allem neue Wähler zu mobilisieren, 8.000 ehemalige Nicht-Wähler machten ihr Kreuz bei der Partei der Bürgermeisterin.
Die Grünen, die 2,4 Prozentpunkte gegenüber 2021 einbüßten, verloren aber nicht nur an die KPÖ, sondern verzeichneten gleichzeitig mit 4.500 Stimmen einen deutlichen Abfluss Richtung ÖVP. Die ÖVP wiederum verlor vor allem ins Lager der Nicht-Wähler: 4.500 ehemalige Volkspartei-Wähler blieben diesmal den Urnen fern, die zweitgrößte Gruppe (3.000) gab diesmal der FPÖ ihre Stimme.