Laut Brunner 7.600 Drogentote im Jahr 2024 in Europa

Mindestens 7.600 Menschen sind 2024 in Europa an einer Drogenüberdosis gestorben. “Jedes verlorene Leben ist eindeutig eines zu viel”, sagte der EU-Kommissar für Inneres und Migration, Magnus Brunner, am Freitag bei einer internationalen Konferenz zur Suchtprävention und Rehabilitation in der Drogenentzugsanstalt San Patrignano bei Rimini. Er forderte eine bessere medizinische Versorgung und mehr Unterstützung für Menschen mit Suchterkrankungen.
“Prävention allein reicht nicht. Wir müssen denjenigen helfen, die bereits gegen eine Abhängigkeit kämpfen”, sagte Brunner, der per Video zu der hochrangigen Veranstaltung der Europäischen Koalition gegen Drogen (ECAD) zugeschaltet war. Anwesend war auch die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Professionelle Behandlung, hochwertige Therapien und konkrete Chancen auf Genesung seien entscheidend, so der EU-Kommissar. Dazu gehörten auch die Wiederherstellung eines selbstbestimmten Lebens und die soziale Wiedereingliederung.
EU will Drogenschmuggel stärker bekämpfen
Zugleich müsse Europa entschlossener gegen kriminelle Organisationen vorgehen, die am Drogenhandel verdienten. Ein Großteil des Drogenschmuggels verlaufe über Seewege, weshalb deren Überwachung verstärkt werden müsse, betonte Brunner. Zudem verwies er auf die Zusammenarbeit mit Ländern Lateinamerikas im Kampf gegen den internationalen Drogenhandel. Die im Dezember von der EU-Kommission vorgestellte neue Drogenstrategie beruhe auf drei Schwerpunkten: Sicherheit, Prävention und Unterstützung für Menschen mit Suchterkrankungen.
Die Suchthilfeeinrichtung San Patrignano verbinde Therapie, Ausbildung und soziale Wiedereingliederung und sei damit ein wichtiges Beispiel für erfolgreiche Rehabilitation, sagte Brunner. In den vergangenen 50 Jahren habe die Gemeinschaft Tausenden Menschen geholfen, ihre Abhängigkeit zu überwinden, neue Fähigkeiten zu erwerben und ihr Leben neu aufzubauen. Der EU-Kommissar dankte den Mitarbeitern der Einrichtung für ihren Einsatz zugunsten von Menschen, die eine zweite Chance benötigten.