Legendärer Konzeptkünstler Lawrence Weiner gestorben

/ 3 Minuten Lesezeit

Der legendäre US-Künstler Lawrence Weiner ist tot. Der gebürtige New Yorker verstarb am gestrigen Donnerstag im Alter von 79 Jahren, wie seine Galerien mitteilten. Weiner war einer der prominenten Vertreter der Konzeptkunst ab den 1960ern und wurde hierbei vor allem durch seine überdimensionalen Wandinstallationen bekannt. Dabei waren die Bindungen des US-Amerikaners an Österreich eng.

So war Weiner erst vor wenigen Tagen der mit 20.000 Euro dotierte Wiener Oskar-Kokoschka-Preis 2022 zugesprochen worden. In der Bundeshauptstadt hatte Weiner nicht zuletzt durch seine großformatige Arbeit „Smashed to pieces (in the still of the night)“ am ehemaligen Flakturm im Bezirk Mariahilf breite Bekanntheit erlangt.

Am 10. Februar 1942 in der New Yorker Bronx geboren, hatte Weiner in den 1960er-Jahren seine ersten Einzelausstellungen. Der tradierten Vorstellung vom Künstler als Schöpfer einzigartiger Originale arbeitete er entgegen. Sein Axiom: Was Kunst interessant macht, ist das Faktum, dass – ist die Idee einmal geboren und festgeschrieben – jeder sie realisieren kann.

1968 veröffentlichte Weiner mit „Statements“ eines der bedeutendsten Bücher dieser Zeit zur Konzeptkunst. Darin stellte er drei Prämissen auf, deren dritte besagt, dass das Kunstwerk nicht ausgeführt werden muss, um Kunst zu sein. Ob hergestellt vom Künstler, von jemand anderem oder gar nicht realisiert, für Weiner sind alle drei Möglichkeiten gleichwertig.

Ab den frühen 1970er-Jahren wurden Wandinstallationen Weiners bevorzugtes Medium. Mit einer solchen wurde er hierzulande besonders bekannt. Weiners Kunstwerk gegen Krieg und Faschismus „Smashed to pieces (in the still of the night)“ entstand 1991 im Zuge der Wiener Festwochen und war als temporäre Wortskulptur im öffentlichen Raum gedacht. Dennoch zierte es jahrelang den früheren Flakturm, in den der Aquazoo „Haus der Meeres“ einzog. Dessen baulicher Erweiterung fiel Weiners Arbeit schließlich dennoch zum Opfer. Unter Protest u.a. des Künstlers selbst wurde der Schriftzug im Zuge der Arbeiten übermalt.