Manfred Mertel wird Klagenfurter SPÖ-Bürgermeisterkandidat

02.10.2026 • 17:09 Uhr
Manfred Mertel wird Klagenfurter SPÖ-Bürgermeisterkandidat

Die Klagenfurter SPÖ wird im Februar 2027 mit Manfred Mertel als Spitzenkandidat in die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl gehen. Vorausgegangen waren der Entscheidung mehrere Gespräche mit Stadtparteiobmann Ronald Rabitsch. Zwischen ihnen beiden war die Entscheidung um die Spitzenkandidatur gefallen, die dann von den Parteimitgliedern abgesegnet wurde, gab die Partei bekannt. Der 72-jährige Mertel ist ehemaliger Fußballspieler und vertritt die SPÖ aktuell im Bundesrat.

Dem Bestellungsprozess vorangegangen war eine von der SPÖ in Auftrag gegebene Umfrage, die Rabitsch und Mertel ähnlich gute Chancen auf die Stichwahl im Februar eingeräumt hatte. “Beide haben wir erlebt, dass wir sehr lautstarke Unterstützer haben. Wir waren uns einig: Wenn wir nicht als starkes Team auftreten, dann können wir keine gute Alternative sein”, so Rabitsch.

SPÖ-Team: Coach und Stürmer

Die Fußballvergangenheit von Mertel, der vor allem mit dem Spitznamen “Waschi” und durch seine rote Schildkappe bekannt ist, wurde bei der Präsentation des Kandidaten durch zahlreiche Metaphern deutlich: “Er ist der Chefcoach, ich bin sein Stürmer”, sagte Rabitsch, der als Listenzweiter fungieren wird. Mertel bringe als ehemaliger Beamter in der Gemeindeaufsicht fachliche Expertise mit, seine Stärken seien “das Verbindende, das Zuhören, die Handschlagqualität”, so Rabitsch über den neuen Spitzenkandidaten.

“Klagenfurt hat sich eine gute Führung verdient. Mein Anspruch ist es, ein anderer Bürgermeister zu sein, einer, der sich zu wesentlich mehr Aufgaben bekennt als sie derzeit durchgeführt werden”, so Mertel mit einem Seitenhieb auf den amtierenden Stadtchef Christian Scheider (FSP). Besonders wichtig seien ihm die Themen Gesundheit, Bildung und Sicherheit. Klagenfurt brauche mehr Wohnmöglichkeiten und junge Menschen eine Perspektive, um in der Stadt zu bleiben. Dass die Stadtpartei geeint sei, zeige sich an dem Abstimmungsergebnis des Stadtparteivorstandes, bei dem Mertel 91,3 Prozent (21 von 23 Stimmen) erhielt.

Klagenfurt als Vorbild für Partei

Bis zur Gemeinderatswahl wird Mertel im Bundesrat verbleiben. Auf die Frage, ob er danach fix in die Stadtpolitik wechseln werde, meinte er, das hänge natürlich vom Ergebnis ab: “Aber ich fühle mich der Stadt verpflichtet. Es ist schon mein Ansinnen, den Wählerauftrag zu erfüllen.” Gesäumt wurden die beiden Politiker bei der Pressekonferenz von Roll-Ups mit den Aufschriften “Neustart für Klagenfurt”, “Aufstieg für Klagenfurt” und “Klagenfurt braucht einen neuen Bürgermeister. Dr. Manfred Mertel”.

Gefragt, was er von Gerhard Zeiler, der sich für den Bundesparteivorsitz angemeldet hat, hält, meinte Mertel, er kenne ihn nicht persönlich. Allerdings könne sich die Bundespartei wohl etwas von Klagenfurt abschauen: “Wenn es auch dort zwei Kandidaten gibt, dann wünsche ich mir, dass ähnlicher Prozess wie in Klagenfurt stattfindet. Wir nehmen in Anspruch, dass es auch miteinander gehen kann.”