Michel Decar gewinnt ersten Jura Soyfer Preis

24.06.2026 • 11:21 Uhr
Michel Decar gewinnt ersten Jura Soyfer Preis

Der deutsche Autor Michel Decar gewinnt mit seinem Stück “Seegefecht bei Helgoland” den ersten Jura Soyfer Preis. In einem vom Volkstheater Wien initiierten “Wettbewerb für die Komödie der Gegenwart” setzte er sich gegen 136 andere Einreichungen durch und erhält 30.000 Euro. Die Uraufführung findet in der Saison 2027/28 im Volkstheater statt.

Decar sei mit seinem Stück, das in einer Mischung aus Lehrstück und Schultheatersatire die Darstellbarkeit von Krieg und den heutigen Umgang mit Begriffen wie Ehre, Schicksal und Heldentum thematisiert, “eine gleichermaßen witzige wie politisch relevante und formal innovative Komödie gelungen”, urteilte die Jury. “Sprachlich kunstvoll ausgearbeitet, fängt der Text die Perspektiven unterschiedlicher Generationen auf eine von Krieg und Gewalt geprägte Gegenwart ein. (…) Er knüpft damit beispielhaft an die politisch engagierte Dramatik Jura Soyfers an und verliert bei aller Ernsthaftigkeit in keiner Sekunde den Humor.”

“Große Ehre und Freude”

“Für mich ist es eine große Ehre, mit dem Namen Jura Soyfer in Verbindung gebracht zu werden. Und eine Freude ist es, mit dem Volkstheater Wien arbeiten zu dürfen”, wurde der Autor in einer Aussendung zitiert. Michel Decar wurde 1987 in Augsburg geboren und studierte Germanistik und Geschichte in München. Dort inszenierte er auf der Studiobühne auch seine ersten Stücke selbst. Danach studierte er Szenisches Schreiben in Berlin. Seither arbeitet er als Autor, Regisseur und Filmemacher. Seine Theaterstücke wurden bereits an über 50 Theatern gespielt.

Der von der Edith und Werner Rieder Stiftung geförderte Komödienwettbewerb habe bereits in seiner ersten Auflage die Erwartungen übertroffen, hieß es aus dem Volkstheater. Er zähle “zu den höchstdotierten Dramatikpreisen des deutschsprachigen Raumes und richtet sich im Gegensatz zu vielen wichtigen Nachwuchspreisen an erfahrene Dramatiker:innen. Die Liste der Bewerber:innen las sich wie ein Who is Who der zeitgenössischen Dramatik.”

Weiterführung für 2028 geplant

Der Jura Soyfer Preis soll laut Volkstheater-Direktor Jan Philipp Gloger 2028 erneut verliehen werden: “Der neu gegründete Jura-Soyfer-Preis ist uns ein Herzensprojekt, deswegen freuen wir uns sehr, ihn fortsetzen zu können. Wir wollen damit große Autor:innen ermutigen, zur politischen Kraft des Lachens zu arbeiten. Ganz im Sinne von Jura Soyfer, mit dessen Stücken ich im Herbst 2025 meine Direktion eröffnet habe.”