Milchmarkt: Stabiles Jahr 2025, Preisverfall seit Herbst

Der Milchmarkt 2025 hat sich im Durchschnitt stabil entwickelt. Gegen Jahresende setzte aber ein Preisverfall ein, zog am Dienstag der Milchverband Österreich (MVÖ) Bilanz. Kombiniert mit gestiegenen Energiekosten sei die Lage “teilweise schon existenzbedrohend”, so MVÖ-Präsident Helmut Petschar. Die Zahl der Milchbauern ist im vergangenen Jahr um 3,5 Prozent zurückgegangen. Gab es 2024 noch fast 21.600 Betriebe, waren es 2025 nurmehr knapp über 20.800.
Die Zahl der Milchkühe blieb mit rund 536.200 Tieren weitgehend konstant. Folglich stieg die durchschnittliche Zahl an Kühen pro Hof auf 25,8.
Für “gentechnikfreie Qualitätsmilch” mit 4,2 Prozent Fett wurden den Bauern 2025 im Schnitt 54,04 Cent pro Kilogramm gezahlt – ein Plus von rund zwölf Prozent zum Jahr davor. Für “Milch mit Qualitätszuschlägen” wurden im Schnitt 63,58 Cent bezahlt, auch hier ein Plus von fast zwölf Prozent. Gegen Jahresende habe dann ein Preisverfall eingesetzt. Im Februar brachte “gentechnikfreie Qualitätsmilch” aber nurmehr 45,75 Cent/kg ein.
Gute Futtergrundlage, positive Exportentwicklung
Insgesamt hätten die Milchbetriebe den 69 österreichischen Molkereien im vergangenen Jahr 3,68 Mio. Tonnen Milch geliefert – ein Anstieg um 2,8 Prozent. Für die hohe Milchmenge und damit auch für zuletzt gesunkene Preise habe eine europaweit gute Futtergrundlage gesorgt. Naturkatastrophen habe man “wenig bis gar keine” gehabt. Auch sei die Blauzungenkrankheit in Deutschland überwunden worden.
Positiv entwickelte sich der Außenhandel mit Milchprodukten. Exportiert wurde im Wert von 1,95 Milliarden Euro (plus 9,5 Prozent). Dem gegenüber standen Importe im Wert von 1,32 Mrd. Euro (plus 12,4 Prozent). Das Saldo betrug demnach 634 Millionen Euro, nach 609 Mio. Euro im Vorjahr 2024. Das wichtigste Exportprodukt sei der Käse. Der Gesamtumsatz der Molkereien betrug 2025 bei 4,4 Mrd. Euro, ein Plus von fast neun Prozent. Allerdings betrage die Marge der Molkereien nur rund ein Prozent, so Petschar.
Fusionen: “Gewisse Gefahr” durch Marktkonzentration
Die jüngsten Molkerei-Fusionen seien demnach auch als Strukturwandel analog zu jener bei den Bauern zu verstehen, wo die Betriebe auch weniger aber größer werden. “Ich glaube auch, dass es notwendig ist, dass es eine gewisse Vielfalt gibt”, sagte Petschar. Die geringen Margen der Molkereien würden demnach auch eine “gewisse Gefahr” darstellen, wenn es zu einer stärkeren Marktkonzentration kommt. Dies würde letztendlich auch zu einem höheren Importanteil führen, da der Handel eine gewisse Vielfalt wolle.
“Unverständlich” ist es dem MVÖ-Präsidenten dann, dass “immer wieder hochwertige Milchprodukte im Fokus der Preisdiskussion stehen”. Molkereiprodukte seien keine Preistreiber, hob auch MVÖ-Geschäftsführer Johann Költringer hervor. Kritik übten die beiden auch an der geplanten Plastikabgabe, mit der die Mehrwertsteuersenkung für Grundnahrungsmittel zum Teil gegenfinanziert werden soll. Die Abgabe werden die Milchwirtschaft laut Berechnungen des Verbandes mit 15 bis 20 Mio. Euro belasten. Dabei sei man ohnehin schon mit steigenden Kosten für Verpackungsmaterialien konfrontiert.
Kritik an Preisaktionen im Handel
Keine Freude hat man auch mit der Preispolitik im Handel. So würden Verbraucherinnen und Verbraucher in Österreich mit Preisaktionen überflutet. Qualitätsprodukte sollten von Aktionen ausgenommen sein, fordert Petschar, der aber zugleich einräumte, dass es hierbei wohl beim “frommen Wunsch” bleiben werde. An die Konsumenten richtete er zugleich den Appell, sich auch bei Preisunterschieden für heimische Produkte zu entscheiden. “Weil heimische Produkte sichern letztendlich auch die Versorgungssicherheit.”