Milo Rau wagt sich in Berlin an Wagner

28.08.2026 • 12:33 Uhr
Milo Rau wagt sich in Berlin an Wagner

Der streitbare Theatermacher und Wiener Festwochen-Intendant Milo Rau nimmt sich im Herbst niemand Geringeren als Richard Wagner vor. Am 24. Oktober hat seine Inszenierung von “Der fliegende Holländer” an der Deutschen Oper Berlin Premiere. Angekündigt ist ein rund dreistündiges “Roadmovie durch die deutsche Kultur und Geschichte nach 1945 und die emotional aufgeladenen deutsch-israelischen Beziehungen bis ins Heute”.

Die romantische Oper Wagners, uraufgeführt 1843 in Dresden, diene Rau als “Ausgangspunkt für eine Reise in die politischen Tiefenschichten der Bundesrepublik Deutschland”, schreibt die Oper auf ihrer Webseite und stellt dabei eine “dokumentarisch-filmische Erzählweise” in Aussicht: “Ausgehend von Wagners ideologisch verbrämter Beschäftigung mit Ahasverus, der Figur des ewig wandernden Juden, seinem Antisemitismus und Erlösungskult, richtet Rau den Blick auf die lange Nachkriegsgeschichte von Schuld, Erinnerung und der Suche nach Versöhnung. Was bedeutet es, Wagner nach der Shoah zu lieben? Gibt es eine Erlösung für Wagner, eine Erlösung von der deutschen Schuld?”

Im Vorfeld haben Rau und sein Team auch Recherchen in Israel, im Westjordanland und im Gazastreifen durchgeführt, wie der Regisseur selbst über eine Mitteilung der Theater- und Filmproduktionsgesellschaft IIPM (International Institute of Political Murder) wissen ließ. Bei der Berliner Inszenierung wird Dirigentin Giedrė Šlekytė am Pult stehen, den Holländer verkörpert Tomasz Konieczny.

(S E R V I C E – )