Mordprozess um in Seniorenheim getötete 87-jährige Wienerin

Am Donnerstag wird am Landesgericht gegen einen Mann verhandelt, der am 19. Jänner 2026 eine 87-Jährige in einer Seniorenresidenz in Wien-Döbling vorsätzlich getötet haben soll. Die Anklage legt ihm zur Last, die betagte Frau in ihrem Zimmer aufgesucht, aufs Bett gestoßen, gewürgt und mutmaßlich mit einem Kopfpolster erstickt zu haben. Im Anschluss soll er den Zimmertresor geöffnet und den darin befindlichen Schmuck und zumindest 500 Euro Bargeld entnommen haben.
Der Angeklagte und das spätere Opfer kannten einander seit längerem. Er dürfte sich regelmäßig in der Seniorenresidenz aufgehalten haben, in der eine Verwandte seiner Lebensgefährtin ihren Lebensabend verbringt. Seit Dezember 2024 soll sich der 61-Jährige beim späteren Opfer immer wieder Geld ausgeborgt haben. Insgesamt schuldete der gebürtige Türke ihr über 20.000 Euro, die er entgegen einer getroffenen Vereinbarung nicht zurückzahlte.
Im Fall einer Verurteilung wegen Mordes drohen dem Angeklagten zehn bis 20 Jahre oder lebenslange Haft. Der 61-Jährige ist massiv vorbestraft. Zuletzt war er Anfang Juni 2020 wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er eine ältere Frau angeschwindelt und ihr mit falschen Versprechungen 180.000 Euro herausgelockt hatte. Einer weiteren Bekannten hatte er 50.000 Euro entlockt.