13 Tote bei russischem Angriff auf ukrainischen Bahnhof

29.10.2026 • 12:24 Uhr
13 Tote bei russischem Angriff auf ukrainischen Bahnhof

Bei einem russischen Drohnenangriff auf den Bahnhof von Dnipro in der Ukraine sind am Donnerstag laut Behördenangaben 13 Menschen getötet und zehn weitere verletzt worden. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte indes mit, in der Nacht auf Donnerstag 1.214 ukrainische Drohnen über russischen Gebieten abgewehrt zu haben. Die seit Dienstag geltende Waffenruhe in der von russischen Truppen besetzten Frontstadt Oleschky im südukrainischen Gebiet Cherson hält indes weiter.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb nach dem russischen Angriff in Dnipro in sozialen Medien von einem “entsetzlichen Angriff” auf den Bahnhof, in dem demnach ein gewöhnlicher Nahverkehrszug und ein regulärer Passagierzug standen. Er forderte einmal mehr, dass Sanktionen gegen Russland nicht gelockert werden dürften, solange der Krieg andauere. Es sei Zeit für härtere Sanktionen der EU, der USA und der G7.

Selenskyj veröffentlichte auch Fotos und ein Video, das demnach die Folgen der Attacke zeigt. Zu sehen sind Verletzte, die von Rettungskräften davongetragen werden und unkenntlich gemachte Tote auf dem Bahnsteig.

Ukrainische Eisenbahn: Russland setzte Drohne mit Düsenantrieb ein

Eine Drohne mit Düsenantrieb habe einen Bahnsteig getroffen, auf dem sich der Zug Dnipro-Saporischschja befunden habe, teilte die ukrainische Eisenbahn mit. Menschen hielten sich demnach trotz einer bekannt gegebenen erhöhten Gefahr am Bahnsteig auf. Bürgermeister Borys Filatow sprach von einer Tragödie. Es habe sich um einen zivilen Zug gehandelt.

Ukraine griff Russland mit mehr als 1.200 Drohnen an

Die Ukraine führte unterdessen im Zuge ihres Abwehrkampfes nach russischen Angaben einen der bisher größten Gegenangriffe aus. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte am Donnerstag in der Früh mit, 1.214 ukrainische Drohnen über russischen Gebieten abgewehrt zu haben. Die seit Dienstag geltende Waffenruhe in der von russischen Truppen besetzten Frontstadt Oleschky im südukrainischen Gebiet Cherson hält unterdessen weiter.

Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin sprach von 613 Drohnen, die in Richtung der Hauptstadtregion geflogen seien. Der größte Teil von ihnen sei abgeschossen worden, 231 davon beim Anflug auf Moskau. An drei der vier Hauptstadtflughäfen gab es in der Nacht auf Donnerstag Einschränkungen.

In Sterlitamak im Uralgebiet in der russischen Teilrepublik Baschkortostan wurden nach Behördenangaben acht Drohnen abgewehrt. Trümmer seien auf das Gelände eines nicht näher genannten Unternehmens gestürzt, es gebe leichte Schäden. Die Stadt war schon in der Vergangenheit mehrfach Ziel ukrainischer Gegenangriffe.

Vertreter Russlands und der Ukraine in Oleschky erwartet

In der von Russland kontrollierten ukrainischen Frontstadt Oleschky werden unterdessen im Zuge der lokalen Feuerpause Vertreter Russlands und der Ukraine erwartet. Die russische Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa erklärte am Donnerstag, sie reise in Begleitung von vier Reportern des US-Senders Newsmax nach Oleschky. Auch der ukrainische Ombudsmann für Menschenrechte, Dmytro Lubinez, machte sich mit einer Delegation auf den Weg in das Gebiet, wie ein ukrainischer Regierungsvertreter mitteilte. “Wir werden die Lage beobachten und über den Fortschritt des Einsatzes berichten, sobald wieder eine Verbindung besteht”, schrieb Dawyd Arachamija, hochrangiges Mitglied des ukrainischen Verhandlungsteams, auf Telegram.

Die von US-First-Lady Melania Trump unter Einbeziehung von Papst Leo vermittelte Waffenruhe gilt seit Dienstag für Oleschky und die umliegenden Gebiete, einschließlich der gesamten Region Cherson. Bisher haben weder die Ukraine noch Russland Verstöße gegen die sechstägige Feuerpause gemeldet. Laut dem Kreml soll am Donnerstag oder Freitag humanitäre Hilfe in Oleschky eintreffen. “Dort findet eine Minenräumung statt, und wir hoffen, dass die Bewohner heute oder morgen sicher und ungehindert humanitäre Hilfe erhalten können und dass diejenigen, die gehen wollen, dies tun können”, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax den russischen Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow.

Die in Oleschky festsitzenden Einwohner waren jahrelang regelmäßig Drohnen- und Artillerieangriffen ausgesetzt. Zudem fehlt es in der Stadt an Nahrungsmitteln und Medikamenten. Die Regierungen in Moskau und Kiew machen sich gegenseitig dafür verantwortlich.