Nach Brenner-Demo: Verkehrssituation “weiter sensationell”

31.05.2026 • 13:54 Uhr
Nach Brenner-Demo: Verkehrssituation "weiter sensationell"

Nachdem sich die Verkehrssituation in Tirol und auf den heimischen Reiserouten am Samstag trotz der Demonstration auf der Brennerautobahn (A13) samt Totalsperre überraschend ruhig dargestellt hatte, scheint sich dies auch am Sonntag – zumindest vorerst – nicht zu ändern. Die Verkehrspolizei in Tirol berichtete der APA von einem “normalen Sonntag” mit “erhöhtem Verkehrsaufkommen, aber keinen Staus”. Für den ÖAMTC stellte sich die Lage österreichweit “weiter sensationell” dar.

“Es ist sehr ruhig”, sagte ÖAMTC-Sprecher Harald Lasser zur Situation am Sonntagvormittag und zeigte sich weiter einigermaßen erstaunt ob des ausbleibenden Verkehrschaos: “Die Begeisterung bleibt. Es ist super.” Man verzeichne “keine Grenzwartezeiten” und selbst auf der viel befahrenen Tiroler Zillertalstraße (B 169) etwa gebe es keine Rückstaus, was ungewöhnlich sei. “Ich glaube, es wird so bleiben”, wagte der Experte eine Prognose für den restlichen Sonntag, wenngleich es noch ein paar Stunden abzuwarten gelte. Aus Südtirol kommend nehme der Reiseverkehr zwar etwas zu, aber nicht in einem wirklich nennenswerten Ausmaß. Er bezweifle, dass “da noch groß was kommen wird”, schließlich hätten sich deutsche Urlauber zu dieser Zeit wohl schon auf den Weg aus dem Süden gemacht. Im Vorfeld war befürchtet worden, dass es auch am Folgetag bzw. den Folgetagen von Demo und Sperre zu gröberen Verwerfungen am Brenner und darüber hinaus kommen könnte.

An der Brenner-Demo am Samstagnachmittag bei Matrei am Brenner (Bezirk Innsbruck-Land) hatten rund 4.500 Menschen teilgenommen. Die Kundgebung ging mit einer Totalsperre des Brennerkorridors, einer der wichtigsten und am stärksten belasteten Transitstrecken Europas, von 11.00 Uhr bis 19.00 Uhr einher. Ausweichrouten bzw. Ausweichmöglichkeiten gab es nicht. Gesperrt waren für den Durchzugsverkehr auch die Brennerstraße (B182), die Ellbögener Straße (L38) und die Stubaitalstraße (B183). Ausgenommen war auf den Bundesstraßen der Ziel- und Quellverkehr, dies musste jedoch glaubhaft nachgewiesen werden. Für Transit-Lkw mit mehr als 7,5 Tonnen hatte das Fahrverbot auf der Nord-Süd-Strecke über den Brenner zudem bereits ab 9.00 Uhr für das gesamte Bundesland gegolten.

Dornauer mit Frontalangriff auf ehemalige Regierungskollegen

Weniger friedlich als auf der Straße fiel unterdessen am Sonntag die landespolitische Nachwirkung der Demo aus. Tirols Ex SPÖ-Chef und ehemaliger Landeshauptmannstellvertreter Georg Dornauer, derzeit freier Landtagsabgeordneter, griff nämlich seine ehemaligen Regierungs- und Parteikollegen wegen deren Auftritts bei der Kundgebung scharf an. Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP), SPÖ-Landeshauptmannstellvertreter Philip Wohlgemuth, Verkehrslandesrat René Zumtobel (SPÖ) und Landesrätin Cornelia Hagele (ÖVP) hätten dort “letztlich gegen die eigene politische Bilanz” demonstriert: “Das ist keine starke Geste, das ist lächerlich.” Wer im Land Verantwortung trage, könne nicht so tun, als hätte er mit den Zuständen nichts zu tun, erklärte Dornauer in einer Aussendung. Die Bevölkerung brauche keine Regierungsmitglieder, die sich “als Privatpersonen” für ein paar Fotos unter Demonstrierende mischen würden. Dornauer war im vergangenen Jahr aus der SPÖ ausgeschlossen worden.