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Augenzeugin nach Raubversuch: „Einer der Jugendlichen versteckte sich dort im Gebüsch“ 

19.05.2026 • 17:05 Uhr
Versuchter Raub Rankweil, Augenzeugin
Die Augenzeugin sah, wie sich einer der Jugendlichen versuchte zu verstecken. NEUE

Nachdem drei Jugendliche einen 15-Jährigen bedroht haben sollen, ermittelt die Staatsanwaltschaft. Eine Zeugin beobachtete, wie mehrere Erwachsene halfen, die Situation unter Kontrolle zu bringen.

Laut Polizei bedrohten am Montag, kurz nach 17 Uhr, drei Jugendliche im Alter von 14 und 15 Jahren in Rankweil einen gleichaltrigen Jungen. Die Tatverdächtigen sollen den 15-Jährigen angesprochen und Wertgegenstände gefordert haben. Als der Jugendliche dieser Forderung nicht nachkam, bedrohten sie ihn mit einem Stock. Das Opfer flüchtete, wurde jedoch von den Tatverdächtigen verfolgt. 

Seltsames Verhalten

 Birgitt Schäfer erzählt der NEUE, wie sie die Situation vor Ort erlebt hat: Nach der Arbeit besorgte sich die Rankweilerin beim Sutterlüty in Bahnhofsnähe noch schnell eine Kleinigkeit zu essen, um von dort direkt nach Hause zu gehen. Doch bereits auf dem Parkplatz des Geschäfts bemerkte sie etwas Merkwürdiges: Mehrere erwachsene Männer unterhielten sich laut miteinander und wirkten sichtlich angespannt. 

Versuchter Raub Rankweil, Augenzeugin
Die Tatverdächtigen versuchten durch die Bahnunterführung zu flüchten. NEUE

Ein paar Meter weiter verhielten sich zwei Jugendliche, aus ihrer Sicht, so betont unauffällig, dass es wiederum schon auffällig war. Die beiden gingen langsam und in Richtung Bahnunterführung. Einer der Jugendlichen verschwand auf der gegenüberliegenden Straßenseite im Bereich eines Gebüschs, der andere schlenderte den Gehsteig zur Unterführung hinunter. Auch Schäfer ging in diese Richtung.   

Plötzlich losgerannt

 „Ich sah, wie einer hinter dem Gebüsch beziehungsweise hinter dem Bereich beim Parkplatz verschwand. Das kam mir komisch vor, also beobachtete ich die Situation weiter“, erzählt Schäfer im Gespräch mit der NEUE. Kurz darauf sei vom Parkplatz des Sutterlütys ein erwachsener Mann um die Ecke gekommen. Schäfer schätzt ihn auf Mitte dreißig. Er habe dem jungen Mann auf dem Gehsteig zugerufen, er solle zurückkommen. 

Versuchter Raub Rankweil, Augenzeugin
Die Erwachsenen seien vom Parkplatz des Lebensmittelgeschäfts gekommen. NEUE

Zunächst habe der Jugendliche auf die Aufforderung sehr unbeteiligt gewirkt, so, als ginge ihn das alles nichts an. Doch als der erwachsene Mann plötzlich losrannte, sei auch der junge Mann sofort losgesprintet.    

Im Gebüsch

 Auf der anderen Straßenseite war laut Schäfer noch der andere junge Mann beim Gebüsch. Sie ging zu ihm und sprach ihn an: „Du gehörst doch zu dem da unten.“ Dabei zeigt sie zur Bahnunterführung. Der Jugendliche habe sie daraufhin nur kurz angesehen und dann ignoriert. Auf ihre Frage, was er denn angestellt habe, lautete die Antwort: „Ich habe nichts gemacht.“ Zu diesem Zeitpunkt wusste Schäfer noch nicht, was sich zuvor ereignet hatte. Aufgrund seines Verhaltens und weil sie gesehen hatte, dass er mit dem anderen Jugendlichen zuvor zusammen unterwegs war, hatte sie jedoch den Eindruck, dass auf dem Parkplatz etwas vorgefallen sein musste und die zwei daran beteiligt waren. 

Versuchter Raub Rankweil, Augenzeugin
Hinter dieser Mauer, beim Gebüsch, versuchte sich einer der Jugendlichen zu verstecken. NEUE

Wenig später seien weitere erwachsene Männer dazugekommen, ebenfalls ungefähr Mitte dreißig. Auch sie hätten laut diskutiert und gerufen. Dabei sei für Schäfer deutlich geworden, dass der Jugendliche im Gebüsch offenbar gesucht wurde. Sie machte die Männer auf sein Versteck aufmerksam. Daraufhin seien alle losgerannt: Der Jugendliche und die Männer, die ihm folgten. Nach der Unterführung hätten die Männer den Jugendlichen schließlich gestellt. 

Versuchter Raub Rankweil, Augenzeugin
Laut Schäfer wurde die Situation von weiteren Passanten gewaltlos gelöst. NEUE

„Sie stellten sich um ihn herum, griffen ihn aber nicht an“, schildert Schäfer. Einer der Erwachsenen habe anschließend telefoniert, offenbar mit der Polizei. Auf Schäfer wirkte die Situation nicht so, als wollten die Männer dem Jugendlichen etwas antun. Vielmehr habe sie den Eindruck gehabt, dass sie ihn bis zum Eintreffen der Polizei festhalten, beziehungsweise am Weglaufen hindern wollten. „Ich habe riesigen Respekt vor den erwachsenen Männern, wie sie die Situation gelöst haben. Sofern ich es mitbekommen habe, haben sie eine brenzlige Situation gewaltlos unter Kontrolle gebracht“, betont Schäfer. 

Vorläufige Festnahme

Die Polizei gab zudem bekannt: Aufmerksame Zeugen, in dem Fall wahrscheinlich die erwachsenen Männer, welche Schäfer aufgefallen sind, verständigten umgehend die Polizei. Zwei der drei tatverdächtigen Jugendlichen konnten im Nahbereich angehalten und vorläufig festgenommen werden. Alle drei Jugendlichen werden bei der Staatsanwaltschaft Feldkirch angezeigt. Der 15-Jährige blieb bei dem Vorfall unverletzt.