Nach Muren im Tiroler Sölden: Kläranlage außer Betrieb

31.07.2026 • 17:54 Uhr
Nach Muren im Tiroler Sölden: Kläranlage außer Betrieb

Nach den Murenabgängen infolge schwerer Unwetter im Tiroler Sölden (Bezirk Imst) Mittwochabend ist die schwer getroffene Kläranlage derzeit außer Betrieb. Das Betriebsgelände wurde großflächig verschüttet, die gesamte Anlage sei meterhoch von Geröll, Schlamm und Wassermassen bedeckt worden, teilte das Land am Freitag mit. Es war noch nicht abschätzbar, wie lange die Aufräum- und Reparaturarbeiten dauern würden. Derzeit werde das Abwasser in die Ötztaler Ache umgeleitet.

“Die derzeitige Situation stellt sich für uns als Ausnahmesituation dar: Aufgrund der massiven Verschüttung und Überflutung ist die Kläranlage derzeit nicht funktionsfähig und die anfallenden Abwässer können vorübergehend nicht behandelt werden”, erklärte Söldens Bürgermeister Ernst Schöpf. Zudem seien vermutlich auch die Kanalsysteme für den Zufluss beschädigt, sodass das Abwasser gar nicht erst in der Anlage ankomme. “Um die Anlage sowie das Kanalsystem zunächst freiräumen und anschließend instand setzen zu können, ist eine vorübergehende Umleitung der Abwässer direkt in die Ötztaler Ache erforderlich”, so Schöpf. Die Gemeinde habe als Betreiberin der Kläranlage Sölden dafür bei der Behörde ein Ansuchen gestellt, welches bereits genehmigt worden sei.

Dadurch seien keine umweltrelevanten oder gesundheitlichen Auswirkungen zu erwarten. Die Trinkwasserversorgung sei nicht betroffen. Aus Sicherheitsgründen – die Ötztaler Ache führe derzeit unabhängig davon viel Wasser und Feststoffe aus den Murenabgängen – werde ersucht, die Uferbereiche bis auf weiteres zu meiden.

Unterstützung durch Katastrophenschutzzug, auch Bundesheer mit 25 Helfern

Unterdessen gingen die Aufräumarbeiten nach den Murenabgängen weiter – und dies nicht nur die Kläranlage betreffend. Feuerwehrleute sowie Mitarbeiter des Baubezirkamts Imst standen seit Mittwoch im Einsatz, um letztere zugänglich zu machen sowie weitere Schäden aufzuräumen. Seit Freitag werden sie durch einen zusätzlichen Katastrophenschutzzug mit Feuerwehren aus den Bezirken Imst, der Feuerwehr Landeck sowie dem Bundesheer mit 25 Kräften unterstützt.

Abgesehen von der Kläranlage hatte ein Murenabgang im Ortsteil Vent von Mittwochabend unter anderem auch für einen verlegten bzw. unterspülten Parkplatz gesorgt. Die Mure ging nur knapp an Wohnhäusern vorbei bzw. streifte sie teilweise. Größere Schäden an Gebäuden wurden dort nicht gemeldet. Der Strom fiel kurzzeitig aus. Mehrere Autos wurden laut Schöpf beschädigt. Bei den sogenannten Rofenhöfen mussten rund 30 Personen in Sicherheit gebracht werden. Sie wurden vorerst in einem Hotel untergebracht. Abseits der Rofenhöfe wurden in der Gemeinde auch zwei Personalhäuser kurzzeitig evakuiert. Die betroffenen Personen konnten aber rasch in ihre Unterkünfte zurückkehren.

Verletzt wurde bei den Unwetterereignissen in Sölden niemand. Die Murenabgänge konzentrierten sich auf den nördlichsten sowie südlichsten Punkt des Siedlungsgebiets der Gemeinde. Das Ortszentrum war nicht betroffen.