Nach Unglück: Lissabon plant komplett neue Gloria-Bahn

Knapp ein Jahr nach dem Standseilbahnunglück in Portugals Hauptstadt Lissabon mit 16 Toten hat die Stadt bekannt gegeben, die seither stillstehende Bahn vollständig ersetzen zu wollen. “Wir planen ein neues System, keinen Wiederaufbau”, sagte der Präsident des Verkehrsunternehmens Carris, Rui Pedro Gaspar Lopo, am Montag. “Die künftige Bahn wird neu sein, aber der Standort bleibt historisch.” Eine internationale Ausschreibung für den Bau der neuen Bahn soll 2027 erfolgen.
Ziel sei, die neue Bahn 2029 in Betrieb zu nehmen. Die neue Bahn müsse “robust und technisch fortschrittlich” sein, forderte der Vizepräsident des Stadtrats, Goncalo Reis. “Wir wollen ein modernes Projekt”, sagte Reis, fügte aber an, dieses solle die “historische Identität” der alten Bahn unterstreichen.
Ein Waggon der bei Touristen beliebten Gloria-Standseilbahn war am 3. September 2025 in einer Kurve entgleist und gegen ein Haus geprallt, nachdem ein unterirdisch verlaufendes Zugseil gerissen war. Bei dem Unglück kamen fünf Portugiesen und elf Ausländer ums Leben, rund 20 weitere Menschen wurden verletzt.