Christiane Frauscher wird Landesrätin in Oberösterreich

Die ÖVP Oberösterreich hat Landesfinanzdirektorin und Geschäftsführerin der OÖ. Landesholding, Christiane Frauscher, zur neuen Landesrätin für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Sport bestimmt. Die 53-Jährige ersetzt Markus Achleitner. Dies wurde in einer Sitzung des Landesparteivorstandes Freitagvormittag einstimmig beschlossen und anschließend durch den Landtagsklub – ebenfalls einstimmig – bestätigt. In der Landtagssitzung am 12. November soll ihre Wahl stattfinden.
Landeshauptmann Thomas Stelzer dankte zuerst Achleitner für dessen “gute Arbeit für Oberösterreich”. Er sei “wichtiger Teil meines Teams, auch in schwierigen Phasen” gewesen. Als dessen Nachfolge habe er eine “Persönlichkeit mit der bestmöglichen Qualifikation, die sofort einsteigen kann” gesucht und mit Frauscher gefunden, streute er “der Macherin aus dem Innviertel” in einer gemeinsamen Pressekonferenz Freitagmittag Rosen.
Genug Zeit zum Nachdenken gehabt
Frauscher übernimmt eins zu eins die Ressorts von Achleitner: Wirtschaft, Energie, Tourismus und Sport. Sie habe “genug Zeit – einige Tage – gehabt”, über das Jobangebot nachzudenken, meinte sie. Ihr Dank für “dieses wirklich große Vertrauen”, das ihr entgegengebracht wurde, galt nicht nur ihrer Landespartei, sondern auch dem Wirtschaftsbund, dessen Mitglied sie ist. Zudem ist sie ÖAAB-Mitglied.
Ihre Motivation die neue Funktion anzunehmen, beschrieb sie so: “Wirtschaft hat mich schon immer sehr fasziniert.” Denn “dort arbeiten Menschen, die Ideen haben, die vertrauen, weil sie die Verantwortung übernehmen, die anpacken, die Arbeitsplätze schaffen, die auch immer bereit sind, ins Risiko zu gehen. Und genau das war eigentlich auch das, was ich in meinen bisherigen Aufgaben immer sehr geschätzt habe, besonders auch in meiner Funktion als Geschäftsführerin der Landesholding.”
Frauscher gilt als Expertin, die nicht nur die Finanzen des Landes kennt, sondern auch bei den Verhandlungen von aktuell heiklen Wirtschaftsthemen wie den anstehenden Übernahmen des Flughafens und des Familienskigebiets Kasberg eine wichtige Rolle spielt.
Achleitner bleibt bis 12. November
Achleitner hatte am Vormittag seinen Rücktritt als Landesrat erklärt. Bis zur nächsten Landtagssitzung am 12. November wird er sein Ressort noch führen. Der 57-Jährige will in die Privatwirtschaft wechseln. Wohin, sagte er noch nicht.
Acht Jahre in der Landesregierung waren eine “spannende, interessante und prägende Zeit für mich”, erklärte er. Ende 2018 war er von Stelzer als Quereinsteiger in die Landesregierung geholt worden. Aber er habe bereits vor einem Jahr beschlossen, in der kommenden Legislaturperiode nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Jetzt, ein Jahr vor der Landtagswahl, sei der “richtige Zeitpunkt” für einen geordneten Übergang.
Kritik an seiner Person
Zuletzt hatte es einige Themen gegeben, bei denen Achleitner aber in der Kritik stand: angefangen beim Betriebsbaugebiet Ohlsdorf – 18 Hektar wurden gerodet, die versprochenen hunderten Arbeitsplätze gibt es aber bis heute nicht – über die nicht übermäßig transparente Kommunikation zu Google in Kronstorf bis hin zum restriktiven Windkraftkurs, der der Wirtschaft sauer aufstößt. Auffällig war, dass Stelzer sich zuletzt immer öfter in Wirtschaftsagenden eingemischt hat. Unstimmigkeiten lachte Achleitner am Freitag aber weg und meinte: “Wir sind bis zum Schluss Freunde geblieben.”