Öffi-Kampagne der Wiener Linien zeigt Wirkung

20.06.2026 • 07:00 Uhr
Öffi-Kampagne der Wiener Linien zeigt Wirkung

Mit der Kampagne “Host kan Genierer” haben die Wiener Linien im Frühling einen Schwerpunkt auf Respekt und Rücksicht in den Öffis gelegt. Die Offensive wurde ab 5. März wienweit umgesetzt. Ziel ist es, alltägliche Konfliktsituationen sichtbar zu machen und das Bewusstsein für ein respektvolles Miteinander zu stärken. Im April und Mai zeigte die Kampagne bereits Wirkung, teilten die Wiener Linien mit.

Der städtische Verkehrsbetrieb hatte mit dem Auftakt der Offensive gezielt und verstärkt auf die Einhaltung der Hausordnung geachtet. Während es im Februar noch rund 8.500 Beanstandungen gab, waren es mit Start der Offensive 12.000. Die Ansprachen wegen Fehlverhaltens gingen allerdings wieder zurück: Im April gab es laut Wiener Linien rund 11.000 Beanstandungen, im Mai nur noch 9.500.

Am öftesten angesprochen werden mussten Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer. 1.763 Beanstandungen gab es im April und 1.435 im Mai, weil Hunde ohne Maulkorb in den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs waren. Rücksichtsloses Lärmen bzw. Musizieren führte zu 672 Beanstandungen im April und zu 591 Beanstandungen im Mai. 388 Mal wurden im April und 244 Mal im Mai Leute gerügt, weil sie in den Öffis gegessen haben, hieß es von den Wiener Linien. Bei den Kontrollen zeigte sich demnach, dass sich die Mehrheit der angesprochenen Fahrgäste sehr kooperativ verhält. Meist reiche eine Ermahnung, nur in den allerwenigsten Fällen müssten Strafen verhängt werden.

Umfrage bestätigt Wirksamkeit der Maßnahmen

Eine Umfrage, die rund einen Monat nach Beginn der Kampagne durchgeführt wurde, bestätigte die Wirksamkeit der Maßnahmen. Rund drei Viertel der Befragten gaben dabei an, dass die Kampagne sie dazu veranlasst habe, Essen in der U-Bahn, lautes Telefonieren und das Tragen des Rucksacks am Rücken zu unterlassen.

“Das Thema des rücksichtslosen Verhaltens regt viele Fahrgäste inklusive mir seit langem auf und daher war es höchst an der Zeit, hier aktiv zu werden. Eine erste Bilanz zeigt: Das Thema ist angekommen, unsere Offensive wirkt, wir werden aber weiter dranbleiben”, stellte Öffi-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) klar.

“Parallel dazu zeigen auch die Rückmeldungen der Fahrgäste, dass die Kampagne wirkt: Viele haben sich über die Initiative gefreut und erachten sie als wichtigen Impuls für mehr Rücksicht im Alltag. Auch im direkten Kontakt bei Beanstandungen reagieren zahlreiche Fahrgäste mit Verständnis”, erläuterte Wiener-Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl.