Österreichische Niger-Geisel soll freikommen

Die vor mehr als eineinhalb Jahren im Niger entführte Österreicherin soll freikommen. Das Außenministerium gab am Freitag “ermutigende Informationen” über das Schicksal der im Jänner 2025 entführten Frau bekannt. “Der komplexe und sehr gefährliche Prozess der Freilassung und Übergabe ist jedoch noch nicht positiv abgeschlossen”, hieß es von Seiten des Ministeriums. Zuvor gab es Berichte über eine Befreiung der Österreicherin und einer Schweizerin.
Das lokale Onlineportal Aïr-Info Agadez berichtete über “übereinstimmende Quellen”, dass die beiden Frauen am Donnerstag freigelassen worden seien. Eine offizielle Bestätigung gebe es dafür nicht. “Die Geisel befindet sich derzeit auf libyschem Staatsgebiet”, erklärte der französische Journalist Walid Le Berbère auf Social Media. In einem Video im Onlinenetzwerk X sagt die Schweizerin, dass es ihr und der Österreicherin gut gehe.
2025 in Agadez entführt
Die Österreicherin und die Schweizerin waren im Jänner bzw. im April 2025 jeweils aus ihren Wohnungen in Agadez entführt worden. Die Wienerin lebte vor ihrer Entführung seit fast drei Jahrzehnten in der Wüstenstadt am Rande der Sahara. Bewaffnete Männer waren laut Augenzeugen am Abend des 11. Jänners 2025 in ihr Haus in der nigrischen Wüstenstadt eingedrungen. Sie verfrachteten die Frau in einen Geländewagen. Lokale Medien berichteten, dass es sich bei den Kidnappern um Kriminelle handelte, die die Österreicherin an eine terroristische Gruppe weiterreichten.
Die islamistische Terrormiliz JNIM, ein regionaler Ableger der Al-Kaida, dementierte unmittelbar danach eine Beteiligung an der Tat. Allerdings sind auch andere Gruppierungen wie etwa ein Ableger des “Islamischen Staats” (IS) in der Region aktiv. Die Frauen wurden laut Berichten im Grenzgebiet zwischen Niger und Mali festgehalten. In Geiselhaft befand sich auch ein im August befreiter US-Amerikaner.
Die Familie der Österreicherin und das Außenministerium waren nach eigenen Angaben intensiv um die Lösung des Falls bemüht. Das Außenministerium hatte im Jänner 2025 einen Krisenstab eingerichtet. Außerdem unterstützte der Sonderbeauftragte des Bundeskanzlers, Botschafter Peter Launsky-Tieffenthal, die Bemühungen um die Freilassung der Österreicherin.