Österreichs Frauenteam will bei Söndergaard-Debüt überzeugen

04.06.2026 • 16:23 Uhr
Österreichs Frauenteam will bei Söndergaard-Debüt überzeugen

Lars Söndergaard ist vor seinem Debüt als Teamchef des Fußball-Frauen-Nationalteams doch “ein bisschen nervös”. Am Freitag geht es für den Dänen mit seiner Elf am Wiener Sport-Club-Platz (18.00 Uhr/live ORF 1) gegen Slowenien, der erste Sieg in der WM-Qualifikation soll her. Erst ein Tor in vier Spielen steht für Österreich zu Buche. Daran will Söndergaard in der kurzen Zeit gearbeitet haben. Über seine ersten Einheiten meinte er: “Wir haben sehr gute Tage hinter uns.”

Ende April hatte Söndergaard den glücklosen Alexander Schriebl abgelöst. Unter dem Salzburger gelangen nur drei Siege in 14 Partien. ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel brachte die Trennung von Schriebl nicht nur mit fehlenden Ergebnissen in Zusammenhang. Schöttel sprach von “Themen”, die schon unter Irene Fuhrmann augenscheinlich waren, nannte dabei “Zusammenhalt und Atmosphäre”. Söndergaard will nun einen starken Zusammenhalt geortet haben. Der 67-Jährige, dessen Vertrag vorerst nur bis Jahresende läuft, will Klarheit im Spiel der Österreicherinnen sehen.

Niederlage im Hinspiel

“Wir können in der kurzen Zeit nicht viele Sachen verändern. Aber ich glaube, wir haben es trotzdem geschafft, eine gewisse Deutlichkeit in unser Spiel zu bekommen”, meinte Söndergaard am Tag vor der Partie. Es ist das 250. Länderspiel in der Geschichte des Frauen-Nationalteams, der ÖFB hofft auf 3.000 bis 3.500 Zuschauer in Wien-Hernals. Eine gewisse Kompaktheit soll gegen die Sloweninnen zu sehen sein. Unterschätzen will man den Gegner nicht. Auswärts verlor Österreich in der Nebelsuppe von Koper im März nach einer schwachen Vorstellung mit 0:1.

Laut Söndergaard könne das Rückspiel auch ein wenig “chaotisch” verlaufen. Ziel sei es dennoch, die Partie zu kontrollieren und in der Defensive bei den erwarteten Kontern keine Räume zu bieten. Kapitänin Sarah Puntigam – sie bestritt 164 der bisher 249 Länderspiele – berichtete von klaren Ansagen des neuen Trainers. “Die Zeit war kurz, aber wir waren ein bisschen wie Schwämme und haben versucht, alles aufzusaugen”, sagte die Mittelfeldspielerin.

Auch wenn es zuletzt in Ried ein respektables 0:0 gegen Deutschland gab: Dass die WM-Qualifikation bisher eher enttäuschend verlaufen ist, gab auch Puntigam zu. “Wir sind unter dem Strich den Erwartungen nicht gerecht geworden im letzten Jahr”, meinte sie. Noch ist mit Blick auf die Qualifikation für die WM in Brasilien 2027 nichts verloren. Deutschland hat Platz eins und damit das Ticket für die Endrunde in Brasilien 2027 vor Augen. Mit einem Heimsieg gegen Verfolger Norwegen ist die DFB-Auswahl am Freitag durch. Die Teams von Platz zwei bis vier sind allesamt im zweistufigen Play-off im Herbst dabei. Die Auslosung dafür ist am 18. Juni angesetzt.

Billa eine Option für Angriff

Österreich kann Slowenien noch von Platz drei der Gruppe verdrängen. Dazu sind Tore vonnöten. Eine neue Chance erhält Stuttgart-Stürmerin Nicole Billa. Im ersten Kader Söndergaards gab es sonst keine wirklichen Überraschungen. Söndergaard hatte seine Spielerinnen schon ab 26. Mai zum “Pre-Camp” in Eisenstadt versammelt. Seit Donnerstag ist das Team im ÖFB-Campus einquartiert. Im Hauptlehrgang dabei war auch die schon länger verletzte Sarah Zadrazil als Teil des Mannschaftsrats. Die Bayern-Spielerin könnte je nach Matchfitness im Oktober wieder zur Verfügung stehen.

“Ein guter Anfang wäre wichtig”, meinte Söndergaard. Sollte es gegen Slowenien jedoch nicht gleich klappen, “dürfen wir nicht den Kopf verlieren”. Grundlegend sah der ehemalige dänische Frauen-Teamchef den Kader mit einer Mischung aus jungen und routinierteren Spielerinnen gut aufgestellt. Auch von der Bank könne man Impulse setzen. Gegen Slowenien nicht dabei ist die gelb-gesperrte Verteidigerin Sarah Gutmann.