Opel-Mutter Stellantis will Produktion in Europa verkleinern
Der weltweit viertgrößte Autobauer Stellantis will sich künftig auf weniger Marken konzentrieren und in seinen Fabriken auch Fahrzeuge für andere Hersteller bauen. Dazu gebe es einen 60 Milliarden Euro schweren Umbauplan, der auch 60 neue Modelle vorsehe, sagte Konzernchef Antonio Filosa am Donnerstag auf einer Investorenveranstaltung in Auburn Hills im US-Bundesstaat Michigan. Der Plan solle die Voraussetzungen für ein profitables und nachhaltiges Wachstum schaffen.
Rund 70 Prozent der Investitionen des italienisch-französischen Konzerns sollen künftig in die Marken Jeep, Ram, Peugeot und Fiat sowie die Nutzfahrzeugsparte Pro One fließen, sagte Filosa. Damit geht er einen anderen Weg als sein Vorgänger Carlos Tavares. Dieser hatte das 14 Marken umfassende Portfolio – das größte der Branche – weitgehend unangetastet gelassen und viel Geld in die Entwicklung eigener Technologien gesteckt. Filosa setzt dagegen auf Partnerschaften und lagert die oft teure Entwicklung aus – etwa beim autonomen Fahren an das Startup Wayve. Um ungenutzte Fabriken in ein lukratives Geschäft zu verwandeln, ist eine Auftragsfertigung für andere Hersteller geplant – etwa für chinesische Firmen in Europa oder die Tata-Motors-Tochter JLR in den USA.
6 Mrd. Euro sollen eingespart werden
Ab 2028 will Stellantis pro Jahr sechs Milliarden Euro im Vergleich zu 2025 einsparen. Zugleich sind 24 Milliarden Euro für Investitionen in globale Plattformen, Antriebe und neue Technologien vorgesehen. Im wichtigsten Markt Nordamerika soll der Umsatz bis 2030 um 25 Prozent steigen, bei einer bereinigten operativen Marge von acht bis zehn Prozent. In Europa wird ein Umsatzplus von 15 Prozent und eine Marge von drei bis fünf Prozent erwartet.
An der Börse kamen die Pläne nicht gut an: Die Stellantis-Aktie gab in Mailand um fünf Prozent auf 6,15 Euro nach. Vor rund zwei Jahren hatten die Papiere noch 27 Euro gekostet. Die Anleger bemängelten vor allem fehlende Details zur Umsetzung der Vorhaben. Die finanziellen Ziele seien zudem ehrgeizig, sagte Fondsmanager Fabio Caldato vom Stellantis-Aktionär AcomeA.