Polizei zerschlug Schwarzarbeitsbande in vier Bundesländern

Polizisten in vier Bundesländern haben am Dienstag in der Früh bei 18 Hausdurchsuchungen neun Personen festgenommen. Diese sollen in einem Netzwerk von organisierter Schwarzarbeit aktiv gewesen sein. Mit mehr als 25 Scheinfirmen im Bereich von Kleintransporten und Expressdiensten soll ein Schaden von 3,5 Millionen Euro verursacht worden sein, teilte die Landespolizeidirektion Steiermark mit. Die Tätergruppe war in Wien, der Steiermark, Kärnten und dem Burgenland aktiv.
Die Federführung bei dem Einsatz hatte die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA), den Zugriff koordinierte das Landeskriminalamt Steiermark. Ermittelt wurde und wird gegen rund 40 Beschuldigte wegen organisierter Schwarzarbeit, betrügerischen Anmeldens zur Sozialversicherung, gewerbsmäßig schweren Betruges sowie betrügerischer Krida.
Täter waren bei anderen Firmen voll beschäftigt
Die Gruppe hatte zumindest 25 Scheinunternehmen für Kurierdienste und Kleintransporte gegründet. Als Geschäftsführer waren offenbar mittellose Ausländer als Strohmänner rekrutiert worden, teils mit falschen Identitäten. Mit falschen bzw. zu geringen monatlichen Beitragsgrundlagen beim Sozialversicherungsträger (ÖGK) waren die Personen bei den Scheinfirmen gemeldet. Tatsächlich haben sie auch bei anderen Firmen Vollzeit gearbeitet.
Dem großen Zugriff seien intensive gemeinsame Erhebungen des Ermittlungsbereiches Wirtschaft des LKA Steiermark und der Steuerfahndung vorausgegangen. Dabei galt es, die Scheinfirmen und Scheinanmeldungen der Arbeitnehmer aufzudecken. Details zu den Festgenommenen wurden vorerst aus kriminaltaktischen Gründen nicht bekanntgegeben.