Priester in Nigeria getötet, zwei Geiseln festgehalten
Im Norden Nigerias ist ein katholischer Priester bei einem mutmaßlichen Hinterhalt getötet worden. Die Leiche von Pater Samuel Opeyemi Oyetoro wurde mit schweren Machetenverletzungen am Kopf an einer Straße im Bundesstaat Kogi gefunden, meldete die Kathpress. Unterdessen werden nach einem bewaffneten Überfall auf eine Sonntagsmesse im Südosten des Landes weiterhin ein Seminarist und ein Gläubiger von Entführern festgehalten, berichtete der römische Nachrichtendienst Fides.
Die Diözese Lokoja bestätigte den Tod des Priesters am 30. Juli und würdigte ihn als jemanden, der sich durch “treuen Dienst, aufopferungsvolle Liebe und unerschütterliche Hingabe an das Volk Gottes” ausgezeichnet habe. Oyetoro stammte aus dem Bundesstaat Kogi. Ahmed Usman Ododo, Gouverneur des Bundesstaates Kogi, verurteilte den Mord als “barbarische Tat” und versicherte der katholischen Kirche sowie der Familie des Priesters, dass “die Täter der Justiz nicht entkommen werden”.
Der Mord an Oyetoro reiht sich in eine Serie von Angriffen auf Priester, Ordensleute und katholische Laien in Nigeria ein. Die US-Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCIRF) sprach in ihrem Jahresbericht 2026 von einer “schrecklichen Krise religiöser Gewalt” in Nigeria. Sie verwies dabei auf Gewalt nichtstaatlicher bewaffneter Gruppen, aber auch auf Versäumnisse der Regierung beim Schutz der Religionsfreiheit und bei der Bekämpfung der Ursachen der Gewalt.
Angriff auf Kirche im Bundesstaat Enugu
Bei einem weiteren Angriff stürmten am Sonntag während der Messe bewaffnete Männer die St.-Joseph-Kirche in Inoyi im Bundesstaat Enugu. Sie entführten einen Seminaristen, einen Katecheten und einen Gläubigen und flohen mit ihnen in einen nahe gelegenen Wald. Eine Suchaktion der Polizei führte zur Freilassung des Katecheten. Nach Angaben des vatikanischen Nachrichtendienstes Fides vom Dienstag konnte zudem ein anderer, am 29. Juli entführter Seminarist, Kelvin Ochai, aus eigener Kraft seinen Entführern entkommen und am 31. Juli unverletzt zu seiner Familie zurückkehren.
Weiter festgehalten werden nach Angaben der Diözese Otukpo der Seminarist Lawrence Chidera Igbo und ein Gläubiger, der lediglich unter seinem Taufnamen Emmanuel bekannt ist. Sie waren während der Sonntagsmesse in Inoyi entführt worden.