Iran und USA setzen Angriffe aus

26.07.2026 • 21:01 Uhr

Die USA und der Iran haben ihre gegenseitigen Angriffe ausgesetzt und bemühen sich um Verhandlungen. US-Präsident Donald Trump will seinem UNO-Botschafter zufolge der Diplomatie eine Chance geben. “Er gibt den Gesprächen etwas Raum, er lässt ihnen ein wenig Zeit”, sagte Botschafter Mike Waltz am Sonntag dem Sender Fox News. Der Iran werde seine Angriffe aussetzen, solange die USA die ihren unterbrächen, sagte zudem ein iranischer Insider der Nachrichtenagentur Reuters.

Die USA stellten über das Wochenende ihre Angriffe ein – nach 13 Nächten in Folge. Auch vom Iran wurden keine Attacken auf Nachbarländer bekannt. Der US-Fernsehsender CBS berichtete unter Berufung auf Insider, die US-Angriffe seien ausgesetzt worden, weil am Freitag ein Vermittler des Omas zu Gesprächen nach Teheran gereist sei.

Bereits am Samstag war aus der US-Regierung verlautet, Trump habe “immer deutlich gemacht, dass er die Diplomatie bevorzugt, aber er hat dem Iran gezeigt, was passieren wird, wenn er nicht ernsthaft an den Verhandlungstisch kommt”. Trump habe sich vorerst dazu entschlossen, von seinen Plänen zur Eskalation der Angriffe auf den Iran Abstand zu nehmen, berichtete auch die “New York Times” am Samstag unter Berufung auf zwei mit der Diskussion vertraute Personen. Der Präsident und seine Berater seien besorgt über eine Ausweitung des Konflikts, die Erschöpfung der Verteidigungsvorräte, die Entfremdung der Verbündeten im Nahen Osten und am Persischen Golf sowie über Beeinträchtigungen der Energieversorgung und der Weltwirtschaft.

USA verlegen Militär in den Nahen Osten

Die USA bestätigten die Verlegung von weiterem Militär in den Nahen Osten bestätigt. Waltz sagte in der Polit-Sendung “Face the Nation” des US-Senders CBS News, zusätzliche Kapazitäten würden in die Region verlegt. Genauere Angaben machte er nicht. US-Medien hatten bereits vor rund einer Woche berichtet, dass die USA weitere Kampf- und Tankflugzeuge in die Region verlegen.

In Irans Führung überwiegt die Skepsis

Die Führung in Teheran bleibt dem iranischen Insider zufolge jedoch skeptisch hinsichtlich der Absichten der US-Regierung. Die Position des Irans laute “Angriff für Angriff”: Wenn die Attacken aufhörten, werde auch der Iran seine Einsätze einstellen. Diese Botschaft sei den USA bereits übermittelt worden. Es gebe jedoch mehr Skepsis als Optimismus. “Die vorherrschende Meinung ist, dass die Pause eher taktischer Natur und nicht ernst gemeint ist”, sagte der Insider.

Revolutionsgarden stoppen Schiffe

Die iranischen Revolutionsgarden stoppten nach eigenen Angaben sechs Handelsschiffe vor einer Durchfahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormuz. Nach Berichten iranischer Medien lief ein Öltanker auf eine Seemine auf und explodierte. Der Tanker sei von einer vorgeschriebenen Route abgewichen, berichteten die dem Militär und den Revolutionsgarden nahestehenden Nachrichtenagenturen Defapress und Tasnim. Der Tanker habe zuvor sein Radarsystem ausgeschaltet.

Die Garden erklärten laut der ihnen nahe stehenden Agentur Tasnim, sie setzten die Kontrolle über ein 240.000 Quadratkilometer großes Gebiet im Persischen Golf und der Straße von Hormuz durch. Diese Fläche entspricht etwa drei Mal dem österreichischen Staatsgebiet.

Kein Schiff könne passieren, ohne die iranischen Vorschriften einzuhalten, hieß es. Versuche des US-Militärs, den Kurs von Schiffen zu ändern, würden mit “einer entschlossenen Reaktion und Warnschüssen beantwortet”. Als Folge seien die betroffenen Schiffe gezwungen, umzukehren.

Teheran verhandelt mit Maskat

Der iranische Außenamtssprecher Ismail Baghai erklärte laut englischsprachigem Staatssender PressTV, es gebe keine Veränderung der Verkehrslage in der Straße von Hormuz. Der Sprecher verwies auf bilaterale Gespräche mit Vertretern des Oman, dessen Territorialgewässer einen Teil der internationalen Schifffahrtsroute umfassen.

Die iranische Regierung versuchte indes den Eindruck einer Verständigung mit dem gegenüberliegenden Anrainerstaat zu vermitteln. Die Gespräche mit Vertretern des Omans am Wochenende in Teheran seien produktiv gewesen, teilte das iranische Außenministerium mit. Die technischen und politischen Konsultationen dauerten demnach an.

Katar lässt Schiffsverkehr normal laufen

Der Schiffsverkehr im Golfstaat Katar läuft nach vorigen Warnungen wegen erneuter iranischer Angriffe wieder normal. Fahrten für alle Arten von Schiffen seien ab heute wieder regulär möglich, teilte das katarische Transportministerium mit. Die Betreiber und Besatzungen von Schiffen sollten sich aber weiterhin an die Vorschriften halten, um ein höchstes Maß an Sicherheit zu garantieren.

Katar hatte nach erneuten iranischen Angriffen zuvor zu einer vorübergehenden Einstellung des Schiffsverkehrs geraten. Für alle Fahrten und andere “meeresbasierte Tätigkeiten” werde empfohlen, diese bis auf weiteres auszusetzen, teilte das Ministerium vor zwei Wochen mit. Das betreffe auch Fischer- und Freizeitboote, Jetskis und “alle anderen Seefahrzeuge”. Die Warnung folgte nach erneuten Angriffen aus dem Iran.