Nach Protesten: Flughäfen in Kalabrien ohne Treibstoff

21.10.2026 • 12:17 Uhr
Nach Protesten: Flughäfen in Kalabrien ohne Treibstoff

Angesichts anhaltender Proteste von Lkw-Fahrern gegen hohe Treibstoffpreise kommt es zu erheblichen Problemen in Süditalien. An den Flughäfen Crotone und Reggio Calabria in Kalabrien ist der Flugzeugtreibstoff ausgegangen. Darauf weist die italienische Flugsicherung ENAV in einer offiziellen Mitteilung für Piloten und Flugpersonal hin.

Demnach müssen Piloten die Betankung bereits am Abflugflughafen oder an einem vorherigen Zwischenstopp einplanen und ausreichend Treibstoff für die weiteren Flugstrecken mitführen. Der dritte Flughafen der Region Crotone ist weiterhin in Betrieb.

Regierung macht 480 Millionen Euro für die Frächter locker

Vizepremier und Verkehrsminister Matteo Salvini kündigte inzwischen an, dass die bereits den Frächtern zugesagten 430 Millionen Euro zur Abfederung der hohen Spritpreise noch in dieser Woche ausgezahlt werden sollen. Zudem stellte er weitere Mittel in Aussicht. Insgesamt stehen damit vorerst rund 480 Millionen Euro im Raum. Die Regierung versucht damit, eine weitere Eskalation der Proteste zu verhindern.

Seit der vergangenen Woche blockieren Lkw-Fahrer in mehreren Landesteilen Straßen und sperren Fahrspuren, um gegen die gestiegenen Dieselpreise und die hohen Betriebskosten zu protestieren. Besonders betroffen ist der Süden Italiens. Zuvor hatten bereits Landwirte und Fischer mit Streiks und Sitzblockaden auf ihre wirtschaftliche Lage aufmerksam gemacht.

Versorgungsengpässe im Süden

Die Auswirkungen der Proteste sind inzwischen auch im Lebensmittelhandel spürbar. Vor allem in Apulien, Kalabrien und auf Sizilien wurden Engpässe bei frischen Lebensmitteln gemeldet. Obst und Gemüse sind teilweise knapp, weil Lieferungen aufgrund der Verkehrsbehinderungen nicht rechtzeitig eintreffen. Auch an einzelnen Tankstellen gingen Benzin und Diesel aus. Anhaltende Blockaden könnten die Versorgung von Supermärkten und Marktständen weiter erschweren.

Die Proteste betreffen wichtige Verkehrsachsen sowie Zufahrten zu Häfen und Raffinerien. Die Forderungen der Transportbranche richten sich insbesondere gegen die stark gestiegenen Treibstoffkosten. Auch hohe Mautgebühren und ausstehende staatliche Unterstützungsleistungen sorgen für Unmut.

Regierung unter Druck

Die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni steht angesichts der Proteste zunehmend unter Druck. Salvini zufolge hat der Staat seit März bereits mehr als eine Milliarde Euro an Hilfen für Lkw-Fahrer freigegeben. Ob die angekündigten Zahlungen ausreichen, um die Proteste zu beenden und die Lieferketten zu stabilisieren, bleibt offen. Die hohen Lebenshaltungskosten sind in Italien seit Monaten ein zentrales politisches Thema.