Rückgang der Schmetterlinge als Alarmsignal

Schmetterlinge reagieren hochsensibel auf Umweltveränderungen – ihr dramatischer Rückgang in Österreich unter 800 Metern Seehöhe sei ein Alarmsignal für den ökologischen Zustand unserer Kulturlandschaft. Der Österreichische Tierschutzverein forderte deshalb am Freitag, heimische Bestäuber konsequent zu schützen und ihre Lebensräume großflächig wiederherzustellen.
Verschwinden Schmetterlinge, gehen häufig auch Wildbienen und Schwebfliegen zurück. Sie nutzen dieselben Lebensräume und sind denselben Belastungen ausgesetzt: intensive Landwirtschaft, Bodenversiegelung und Hitzesommer. “Viele Obst-, Gemüse- und Nussarten hängen von ihrer Bestäubung ab – ohne sie sinken Erträge und Ökosysteme werden instabiler”, so Alexios Wiklund, Sprecher des Österreichischen Tierschutzvereins.
Mehr Arten als in Deutschland
Noch leben in Österreich rund 4.200 Schmetterlingsarten, deutlich mehr als in Deutschland. Nur etwa 200 davon sind auffällige Tagfalter. Die große Mehrheit zählt zu den Nachtfaltern, die vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv sind.
Forscher der Universität Salzburg berichteten im Vorjahr für Lagen unter 800 Metern von einem deutlichen Rückgang der Tagfaltervielfalt. In intensiv genutzten Tieflagen (Alpenvorland, Salzburger Becken) gelten bereits 68 Prozent der Arten als gefährdet, 28 Prozent als ausgestorben.
Der Österreichische Tierschutzverein fordert ein Umdenken in Raumplanung und Landwirtschaft. “Wir müssen der Natur deutlich mehr Raum geben”, betonte Wiklund. Brachflächen sollten erhalten und magere Wiesen besser geschützt werden.