Salzburg AG 2025 mit Umsatzminus und Ergebnisplus

Die Salzburg AG hat 2025 mit einem Umsatz von 2,06 Mrd. Euro abgeschlossen – das war deutlich weniger als 2024 (2,71 Mrd. Euro). Das Ergebnis vor Steuern (EGT) lag mit fast 158 Mio. Euro allerdings klar über dem Vorjahr (131 Mio. Euro). Die an die drei Eigentümer ausbezahlte Dividende beträgt 41,6 Mio. Euro, was der Mindestdividende von 35 Prozent des Jahresüberschusses entspricht. Zugleich kündigte die Firma die nächste Strompreissenkung per 1. Juli 2026 an.
Der Rückgang bei den Umsatzerlösen sei vor allem auf den Rückgang der Großhandelspreise für Strom und Gas zurückzuführen, betonte Vorstandsvorsitzender Michael Baminger in einer Pressekonferenz nach der Aufsichtsratssitzung am Dienstag. Auch die gesetzlichen Strompreissenkungen hätten sich im Ergebnis bemerkbar gemacht. Positiv entwickelt hätten sich hingegen die Bereiche Telekom und Tourismus, dazu habe es eine Reihe positiver einmaliger Effekte und niedrigere Zinsaufwendungen gegeben.
Umfeld volatil, Ausschläge aber nicht mehr so stark wie in den Vorjahren
“Die Rahmenbedingungen sind nach wie vor schwierig. Wir haben ein volatiles Umfeld, auch wenn die Ausschläge nicht mehr so stark sind wie in den Jahren zuvor”, erklärte Baminger. Er betonte, dass die Salzburg AG wie versprochen Spielräume an die Kunden weitergegeben habe und kündigte am Dienstag die “siebente Strompreissenkung seit 2023” an. “Mit 1. Juli 2026 führen wir einen neuen Tarif mit einem Arbeitspreis von 9,9 Cent die Kilowattstunde netto ein. Mit einer zweijährigen Preisgarantie.” Preise wie diese sehe man derzeit an den Großhandelsmärkten nicht, die langfristige Preiszusage sei angesichts der starken Marktschwankungen durchaus ein Risiko.
Wie der zweite Salzburg-AG-Vorstand Herwig Struber sagte, sollen im laufenden Jahr mehr als 310 Mio. Euro investiert werden, die in die Energiewende und die Digitalisierung fließen. “Wir treiben den Ausbau der erneuerbaren Energien und den der Netze konsequent voran.” Im Vorjahr ging das Wasserkraftwerk Stegenwald ans Netz, heuer folgt Sulzau im Pinzgau. Das geplante Salzachkraftwerk Golling wurde diesen Februar zur Umweltverträglichkeitserklärung eingereicht, im Jänner 2026 fand die UVP-Verhandlung für den geplanten Windpark am Windsfeld in den Niederen Tauern statt. Die Salzburg AG hat es sich zum Ziel gesetzt, die direkten CO2-Emissionen bis ins Jahr 2040 um 100 Prozent zu senken.
2025 “schlechtes Wasserjahr”
Anders als 2024 habe es sich 2025 um ein energiewirtschaftlich schlechtes Wasserjahr gehandelt. Die produzierte Menge aus Wasserkraft ging – gerechnet an einem langjährigen Durchschnittswert – um elf Prozent zurück. Struber sprach sogar von einem der schlechtesten Jahre seit 15 Jahren. Er betonte jedoch, dass laut Prognosen die Menge an abfließendem Wasser nicht weniger werde, die “Abarbeitung” aber volatiler. “Wir gehen jedoch davon aus, dass das Regelarbeitsvermögen im langjährigen Mittel halten wird.”
Die Salzburg AG befindet sich im Besitz von Land Salzburg (42,56 Prozent), Stadt Salzburg (31,31 Prozent) und der oberösterreichischen Energie AG (26,13 Prozent). Das Unternehmen beschäftigte mit Jahresende 2025 etwas mehr als 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Eine aktuelle volkswirtschaftliche Studie bescheinigt der Salzburg AG eine österreichweite Bruttowertschöpfung von 1,4 Mrd. Euro. Mehr als die Hälfte davon entfalle auf das Bundesland Salzburg, betonte Vorstandsvorsitzender Baminger am Dienstag. Österreichweit schaffe das Unternehmen direkt und indirekt mehr als 8.700 Beschäftigungsverhältnisse.
Keine Freude mit “Wasserzins”
Mit dem von der Bundesregierung diskutierten “Wasserzins” – einer Abgabe auf die Nutzung von Wasserkraft zur Stromerzeugung – hat Baminger wenig Freude. Ein solcher wäre nicht nur eine überproportionale Belastung der westlichen Bundesländer, sondern auch EU-rechtlich heikel. Und gemessen am Bilanzgewinn und an den notwendigen Investitionen des Unternehmens sei eine Abgabe für die Salzburg AG in der Höhe von 15 bis 20 Mio. Euro durchaus ein “signifikantes Thema”.