Schmid ersetzt Silberberger bei Schlusslicht WAC als Trainer

22.10.2026 • 19:54 Uhr

Der WAC hat Cheftrainer Thomas Silberberger durch Manfred Schmid ersetzt. Diese Rochade verkündete der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga am Donnerstag. Silberberger hatte die Wolfsberger seit dem Frühjahr betreut und vor dem Abstieg bewahrt. In der neuen Saison kassierte man zuletzt aber fünf Niederlagen in Serie. Darauf reagierte die Clubspitze um Präsident Dietmar Riegler nun mit dem Trainerwechsel zu Schmid, der bereits von März 2023 bis Sommer 2024 WAC-Trainer war.

Riegler bedankte sich via Aussendung bei Silberberger, “da er uns in der letzten Saison in einer äußerst schwierigen Situation geholfen und uns vorm Abstieg gerettet hat. Aufgrund der Ergebnisse in den letzten Wochen sahen wir uns allerdings dazu gezwungen, eine Veränderung vorzunehmen.”

Silberberger übernahm den WAC im vergangenen April als Vorletzten und führte die Wolfsberger wenig später noch bis ins Europacup-Play-off-Halbfinale. Die aktuelle Spielzeit begann mit einem Sieg über die Wiener Austria und einem Unentschieden gegen Salzburg vielversprechend, danach ging aber praktisch gar nichts mehr. Aus den jüngsten sieben Runden schaute nur ein Punkt heraus.

Silberberger bedauert Abschied

Deshalb kam die Trennung für Silberberger auch nicht wirklich überraschend. “Mir ist bewusst, dass die sportliche Entwicklung zuletzt eine Dynamik angenommen hat, die die Entscheidung des Vereins nachvollziehbar macht. Auch wenn ich diese Entscheidung persönlich sehr bedaure, gehört das zum Fußballgeschäft dazu.” Der Verein sei ihm ans Herz gewachsen, “weshalb mir der Abschied alles andere als leichtfällt”, meinte der Tiroler.

Sein Nachfolger Schmid ist im Lavanttal ein alter Bekannter. In seiner Amtszeit von März 2023 bis Sommer 2024 gewann der 55-jährige Wiener mit den Wolfsbergern zweimal die Qualifikationsgruppe. Bereits am Donnerstagnachmittag leitete Schmid erstmals das Training, sein erstes Match führt Schmid ausgerechnet nach Hartberg. Beim TSV musste der Ex-Austria-Coach nach der Vorsaison gehen, obwohl er mit den Oststeirern die Meistergruppe erreicht hatte.

Schmid: Wenig Einarbeitungszeit nötig

Schmid betonte, dass er den WAC “in- und auswendig” kenne. “Das ist gerade in dieser Phase ein nicht zu unterschätzender Vorteil, da sich dadurch die Einarbeitungszeit erheblich verkürzt. So kann ich mich von Beginn an auf das Wesentliche konzentrieren: die Arbeit mit der Mannschaft.” Er werde nun “zahlreiche Gespräche führen, der Fokus liegt auf offener Kommunikation.” Trainingstechnisch sei nun nicht mehr viel möglich. “Es gibt viele Spieler, die ich schon früher hatte. Die können das Fußballspielen nicht verlernt haben.”

Die Zusammenarbeit kam laut Schmid kurzfristig zustande. Erst Mittwochvormittag habe sich Riegler bei ihm gemeldet. Über seine erste Amtszeit im Lavanttal sagte der Wiener: “Wir haben eine intakte Mannschaft hinterlassen und sehr viele Spieler für viel Geld verkaufen können. Daher war es für beide Seiten, für den Verein und auch für mich, in Ordnung.” Die damalige Trennung mit Saisonende sei eine “saubere Geschichte” gewesen.

Riegler glaubt an Aufschwung unter Schmid

Riegler hofft auf eine baldige Trendwende unter Schmid. “Er hat schon einmal bewiesen, dass er die Mannschaft nach einer schwierigen Phase auf einen guten Weg bringen kann. Deshalb sind wir davon überzeugt, dass dies auch jetzt wieder gelingen wird”, erklärte der Vereinsboss.