Selenskyj: USA müssen Energie-Waffenruhe durchsetzen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die USA aufgefordert, Russland zur Einhaltung der von US-Präsident Donald Trump verkündeten begrenzten Energie-Waffenruhe anzuhalten. “Wir warten darauf, welche konkreten Schritte die Amerikaner bereit sind zu unternehmen”, sagte Selenskyj am Montag in einer per Video auf dem Warschauer Sicherheitsforum übertragenen Rede. Der Kreml wollte sich zunächst nicht zur von Trump verkündeten Energie-Waffenruhe äußern.
Zur von der Ukraine vorgeschlagenen vollständigen Waffenruhe sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag, dass man keine Waffenruhe, sondern “einen dauerhaften Frieden” suche. Wegen der von Trump verkündeten Energie-Waffenruhe sei man “in Kontakt”, man werde die Öffentlichkeit informieren, “sobald es soweit ist”, so Peskow.
Laut Selenskyj wird es angesichts neuer Angriffe immer offensichtlicher, dass sich Russland nicht an die “Energie-Waffenruhe” hält. “Es wird immer deutlicher, dass Russland nicht bereit ist, eine von den Vereinigten Staaten vorgeschlagene Energie-Waffenruhe zu akzeptieren”, erklärte Selenskyj am Montag in Onlinediensten. “Allein heute haben die Russen sechs Energieanlagen in der Ukraine angegriffen”, fügte der Präsident hinzu. Dabei seien landesweit 33 Menschen verletzt worden. Von den neuen russischen Angriffen waren laut Selenskyj ein Kraftwerk in Kiew und Energieanlagen im Nordosten der Ukraine betroffen.
Selenskyj “sehr überrascht” über Trumps Ankündigung
Selenskyj sagte, man sei am Vortag sehr überrascht worden von Trumps Ankündigung in sozialen Medien, dass im Ukraine-Krieg alle Angriffe auf Energieanlagen sofort gestoppt würden. “Und direkt nach der Veröffentlichung des Beitrags führte Russland einen gezielten Angriff auf ein Kraftwerk in Charkiw durch, wodurch unser Energiesystem weiteren Schaden davontrug.” Kremlchef Wladimir Putin lese offenbar nicht Trumps Posts auf dessen Netzwerk Truth Social, fügte er hinzu.
Selenskyj betonte, die Ukraine sei mit einem Stopp von Angriffen auf Energieanlagen einverstanden, wenn Russland dies auch respektiere. Man habe deshalb auch in der vergangenen Nacht auf Angriffe gegen russische Ölraffinerien verzichtet. Trotzdem habe es den ganzen Morgen Angriffe russischer düsengetriebener Drohnen gegen Kiew gegeben. “Das ist also vorerst Putins Antwort auf Trump: russische Angriffe. Aber wir warten ab.”
Stromausfälle wegen Angriffen auf Energieanlagen
In der Ukraine gab es aufgrund russischer Angriffe auf die Energieinfrastruktur Stromausfälle in den Regionen Charkiw, Saporischschja und Donezk, teilte das Unternehmen Ukrenergo mit.
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der russischen Grenzregion Belgorod ist unterdessen laut den örtlichen Behörden ein Mensch ums Leben gekommen. Die Drohne habe ein Auto auf einer Straße nahe der Grenze getroffen, teilte die regionale Einsatzzentrale mit. Zudem wurde im von Russland kontrollierten Teil der ostukrainischen Region Donezk nach Angaben der dortigen pro-russischen Verwaltung eine weitere Person bei einem ukrainischen Angriff getötet.