Spargel-Vollernte beginnt diese Woche

23.04.2026 • 05:00 Uhr
Spargel-Vollernte beginnt diese Woche

Die Spargelsaison in Österreich dürfte in den kommenden Tagen voll anlaufen. “Warme, sonnenreiche Tage sorgen jetzt für ideale Wachstumsbedingungen, sodass diese Woche mit der Vollernte begonnen werden kann”, sagte Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger zur APA. In vielen Supermärkten ist das Edelgemüse aus heimischem Anbau schon zu finden, kühle Temperaturen rund um Ostern bremsten das Wachstum – insbesondere des Grünspargels – aber doch etwas aus.

Dieser Tage dürfte frischer österreichischer Spargel dann auch flächendeckend den Einzelhandel erreichen. Wie stark die Ernte heuer ausfällt, werde maßgeblich von der Witterung in den kommenden Wochen abhängen. “Grünspargel wächst bei warmen Temperaturen 10 bis 12 cm pro Tag, weißer Spargel 5 bis 6 cm. Bei kühlen Bedingungen sinkt das Wachstum hingegen auf etwa ein Zehntel dieser Menge”, erklärte der Obmann des Vereins Marchfeldspargel, Werner Magoschitz. Im Vorjahr wurden gut 2.800 Tonnen Spargel geerntet, 2024 waren es etwas mehr als 2.700 Tonnen gewesen.

Marchfeld ist größtes Anbaugebiet

Dass die Saison doch etwas später beginne, schmerze, da diese nur nach vorne verlängert werden könne. Ab Juni sinke jedoch die Nachfrage, “weshalb die Ernte mit Mitte Juni aus wirtschaftlichen Gründen weitgehend eingestellt wird”, so Magoschitz, der selbst Spargel im niederösterreichischen Marchfeld anbaut. Das Marchfeld ist hierzulande das größte Anbaugebiet, dort werden fast zwei Drittel des beliebten Gemüses produziert. Dahinter folgt Oberösterreich mit rund 18 Prozent, wobei sich das Anbaugebiet mittlerweile bis nach Vorarlberg erstreckt.

Gedämpft ist die Stimmung unter den Agrariern derzeit aufgrund der Folgen des Iran-Kriegs, der sie wie den Rest der Wirtschaft in Mitleidenschaft zieht. “Unsere Spargelbäuerinnen und Spargelbauern müssen je nach Betriebsgröße – allein durch die Dieselpreissteigerungen – Ernte- bzw. Transportmehrkosten im vier- bis fünfstelligen Bereich verkraften”, berichtete Moosbrugger. Das Anlegen der Dämme, das Auflegen der Folien und Pflegearbeiten sei zwar heuer noch nicht betroffen, für Kühlung, Sortierung und Verpackung fielen nun aber zusätzliche Energiekosten an.

Neuauflage der Agrardiesel-Vergütung gefordert

Wie zuletzt schon andere hochrangige Landwirtschaftsvertreter fordert der LKÖ-Präsident ein Comeback der Ende 2025 ausgelaufenen Diesel-Steuerbegünstigung für Landwirte. Dabei gehe es auch um den Wettbewerb mit anderen EU-Ländern, da die Preise im Vergleich zu den meisten anderen europäischen Staaten besonders hoch seien und die Wettbewerbsnachteile nun durch den Iran-Krieg weiter befeuert würden.