SPÖ-Kritik nach Weidel-Besuch in Wien

Nach dem Wien-Besuch von AfD-Chefin Alice Weidel und dem Treffen mit FPÖ-Politikern hat es am Montag Kritik von der SPÖ gegeben. “Weidel hat nach dem Treffen mit der FPÖ selbst gesagt, dass die AfD ‘sehr viel von der FPÖ lernen’ könne und im gleichen Atemzug den Ausstieg Deutschlands aus dem Euro gefordert”, betonte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim. An FPÖ-Chef Herbert Kickl gerichtet fragte Seltenheim, ob dieser nun auch den Euroraum verlassen wolle.
“Herr Kickl, wollen Sie als Lehrmeister der AfD jetzt auch raus aus dem Euro und Österreich damit in den wirtschaftlichen Abgrund führen, unseren Wohlstand und zigtausende Arbeitsplätze gefährden?”, so Seltenheim in einer Aussendung. Die FPÖ habe “bekanntlich immer wieder mit dem Öxit”, also dem Austritt Österreichs aus der Europäischen Union, geliebäugelt, ergänzte der SPÖ-Bundesgeschäftsführer.
Im Rahmen ihres Wien-Besuchs traf Weidel laut “Krone” auch die freiheitliche Klubobmann-Stellvertreterin Susanne Fürst und FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker. Ein Treffen mit FPÖ-Parteichef Kickl fand demnach nicht statt.
ZDF-Sommergespräch in Wien
Beim ZDF-Sommergespräch am Sonntag in Wien hatte Weidel Deutschlands Regierungspolitiker als “Flachzangen” bezeichnet und betont, dass sie die Nase voll habe. “Ich will nicht mehr angelogen werden von irgendwelchen Flachzangen, die da oben sitzen und irgendwas versprechen und genau das Gegenteil von dem tun.” Außerdem kritisierte Weidel die von der Union propagierte Brandmauer gegen die AfD als “das Undemokratischste, was es gibt”.
In den Meinungsumfragen liegt die AfD bundesweit um bis zu acht Prozentpunkte vor CDU und CSU. Bei der deutschen Bundestagswahl 2025 war das Verhältnis genau umgekehrt. In Ländern wie Sachsen-Anhalt, wo im September gewählt wird, ist der Abstand der AfD zur Union noch deutlich größer.