Stadt Wien will KMU mit Wachstumskapital unterstützen

08.04.2026 • 12:47 Uhr

Um kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in der Wachstumsphase zu unterstützen, wollen die Stadt Wien und die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien künftig über ein eigenes Finanzierungsinstrument Eigenkapital zur Verfügung stellen. Dafür wird eine eigene GmbH gegründet, diese hat zu Beginn 7 Millionen Euro im Topf. Erste Finanzierungen sollen ab 2027 möglich sein. Der Fokus liegt auf Unternehmen im Bereich Gesundheits- und Digitalwirtschaft.

Das Instrument richte sich gezielt an kleine und mittelgroße Unternehmen in der Wachstumsphase, so Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Raiffeisen-Holding am Mittwoch. Für Ein-Personen-Unternehmen und Konzerne sei das Programm nicht gedacht. Gerade für kleinere Unternehmen sei es in Wachstumsphasen oft schwierig an Eigenkapital zu kommen, der Kapitalbedarf aufgrund von Investitionen in Personal oder technologische Entwicklung sei aber oft hoch, sagte Michael Höllerer, Generaldirektor der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien.

Das Finanzierungsinstrument “Wiener Wachstum” soll diesem Problem entgegenwirken und die Eigenkapitallücke schließen. “Wir haben lange gewartet auf einen Dachfonds der Republik. Das Warten ist aber in so angespannten Zeiten – global und wirtschaftlich – nicht mehr möglich”, sagte Vizebürgermeisterin Barbara Novak (SPÖ).

Erste Finanzierungen ab 2027

Die “Wachstum Wien GmbH” soll ihre Arbeit im Herbst 2026 aufnehmen. Einreichungen für Finanzierungen sollen noch 2026 möglich sein, erste Finanzierungen sind dann ab 2027 vorgesehen. Die Mittel kommen zum Start zur Hälfte von der Wirtschaftsagentur Wien und zur Hälfte von der Raiffeisen-Holding. Die 3,5 Millionen Euro der Stadt würden rein aus dem Portfolio der Wirtschaftsagentur bereitgestellt und seien nicht Teil des Budgets, sagte Ludwig. Details zur Antragstellung sollen noch bekanntgegeben werden.

Pro Finanzierungsrunde könne ein Unternehmen 100.000 bis 500.000 Euro in Form von Eigenkapital oder eigenkapitalähnlichen Instrumenten bekommen. Die GmbH bekommt dafür im Regelfall einen Anteil und schneidet so beim Gewinn mit. Die genaue Ausgestaltung der Rückflüsse soll jedoch möglichst flexibel bleiben und je nach Einzelfall entschieden werden.

Die Idee sei jedenfalls, dass über die Rückflüsse der Topf der GmbH wieder für zukünftige Finanzierungsrunden aufgefüllt werden soll. So soll vermieden werden, dass die Stadt später weitere Mittel zuschießen muss.

Fokus auf Gesundheits- und Digitalbereich

Das Instrument soll vor allem Unternehmen aus dem Gesundheits- und Digitalbereich offenstehen. Mindestens 75 Prozent des Kapitals soll in diesen Sektoren vergeben werden, hieß es in der Aussendung. Unternehmen aus den Bereichen Life Science, Medizintechnik und Pharma seien einer der wichtigsten Innovationsbereiche der Stadt und beschäftigen rund 49.000 Personen in Wien. Der Pharmabereich sorge zudem für mehr als ein Drittel der Warenexporte Wiens. Auch die Digitalwirtschaft sei für die Wirtschaft und Innovation in der Stadt wesentlich und schaffe hochqualifizierte Arbeitsplätze.