Steirische LWK-Wahl – Bauernbund bleibt stärkste Kraft

Bei der Landwirtschaftskammer-Wahl am Sonntag in der Steiermark ist der Steirische Bauernbund die stärkste Kraft geblieben. Der Stimmenanteil ist jedoch von 70,25 Prozent auf 67,27 Prozent gesunken. Die FPÖ-Bauern haben kräftig dazugewonnen und legten vier Mandate zu. Der Unabhängige Bauernverband Steiermark verlor ein Mandat, ebenso wie die Grünen Bäuerinnen und Bauern und die SPÖ Bauern. Die Wahlbeteiligung betrug 30,23 Prozent und war damit etwa gleich hoch wie 2021.
120.007 Personen waren am Sonntag aufgerufen, ihre Stimme abzugeben, fünf wahlwerbende Gruppierungen waren angetreten. Am Sonntagabend gab es bei der Bekanntgabe der vorläufigen Endergebnisse auch erste Reaktionen der Spitzenkandidaten. Der Steirische Bauernbund musste nach kammerinternen Berechnungen ein Mandat abgeben. Bauernbund-Spitzenkandidat Andreas Steinegger – der im Jänner 2025 auf den langjährigen LWK-Präsidenten Franz Titschenbacher nachfolgte – erklärte den Bauernbund trotz des Minus von 2,98 Prozentpunkten als “gut gerüstet, um die Herausforderungen der nächsten Jahre zu meistern”. Die steirischen Bauern hätten sich für “Stabilität, Kontinuität und Verlässlichkeit” entschieden. Bezogen auf die abgegebenen Stimmen sagte Steinegger, er sage “23.686 Mal Danke”. Insgesamt erhält der Bauernbund 28 der zu vergebenden 39 Mandate in der Landeskammer.
Freiheitliche Bauernschaft nun mit sechs Mandaten
Die Freiheitliche Bauernschaft konnte sich hingegen mit 14,11 Prozent der abgegebenen Stimmen und einem Plus von 7,94 Prozentpunkten über vier hinzugewonnene Mandate freuen, zählen nun sechs Mandate. Damit erreichten sie den zweiten Platz. “Wir haben unser Ziel erreicht, aber es kommen viele Probleme auf die Bauern zu. Jetzt heißt es Ärmel aufkrempeln und arbeiten”, so der Spitzenkandidat der Freiheitlichen Bauernschaft, Albert Royer in einem ersten Statement.
Der Unabhängige Bauernverband UBV mit Spitzenkandidat Rudolf Gutjahr erreichte 9,52 Prozent der abgegebenen Stimmen bei einem Verlust von 1,91 Prozentpunkten. Damit ging auch eines von bisher vier Mandaten verloren. Er freue sich, “dass wir in einigen Regionen sehr erfreuliche Ergebnisse einfahren konnten” und er für den UBV in die Kammer einziehen darf.
Die Grünen erreichten 4,69 Prozent (minus 0,58 Prozentpunkte) und haben ebenfalls ein Mandat verloren. In der abgelaufenen Funktionsperiode waren es noch 2 Mandate. Spitzenkandidat Andreas Lackner betonte, “Es ist uns wichtig, dass wir wieder in die Kammer eingezogen sind” und dass sich auf diesem Ergebnis “in Zukunft sehr gut aufbauen” lasse.
Alle fünf Parteien schafften Wiedereinzug
Die SPÖ-Bauern Steirisches Landvolk ziehen nach dem vorläufigen Ergebnis ebenfalls mit einem Mandat weniger in die Landeskammer ein. Sie erreichten 4,41 Prozent bei einem Minus von 1,76 Prozentpunkten. Spitzenkandidat Andreas Mekis zeigte sich “froh, den Wiedereinzug in die Landwirtschaftskammer geschafft zu haben”. Man wolle “eine starke Kontrollinstanz” sein.
Die Wahlen finden alle fünf Jahre statt. Bei den LWK-Wahlen wurde die Bauernvertretung auf Landes- und Bezirksebene nach fünf Jahren neu gewählt. Bei der Wahl 2021 erhielt der ÖVP-Bauernbund 29 Mandate, der Unabhängige Bauernverband erreichte 4 Mandate, die Freiheitliche Bauernschaft, die SPÖ-Bauern, sowie die Grünen Bäuerinnen und Bauern erhielten jeweils 2 der insgesamt 39 Mandate. Damals betrug die Wahlbeteiligung 30,26 Prozent.
Die vorläufigen Wahlergebnisse sind aus dem ersten Ermittlungsverfahren hervorgegangen. Am kommenden Donnerstag folgt das zweite samt Aufteilung der Restmandate. In der Vollversammlung der Eröffnungssitzung nach der Wahl wird der Präsident bzw. die Präsidentin und die Stellvertretung gewählt.