Straßenkunstwerke ehren Franz von Assisi zum 800. Todestag

Zum 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi am 3. Oktober haben Straßenmaler aus aller Welt ein riesiges Gemeinschaftswerk vor der Grabeskirche des Ordensgründers geschaffen. Für die Werke der Initiative “Francesco nell’arte dei Madonnari” haben die Pflastermaler die ganze Nacht durchgearbeitet, damit sie am Sonntag um 11.30 Uhr von den Franziskanern von Assisi gesegnet werden können. Die Veranstaltung ist Teil der Jubiläumsfeiern für den Schutzpatron Italiens.
An dem 50 Quadratmeter großen Bild arbeiteten zwölf sogenannte Madonnari auf dem Platz der Basilika des mittelitalienischen Ortes, in der Franziskus (um 1181-1226) beigesetzt ist, wie das Portal “Visit.Assisi” laut Kathpress berichtet. 40 weitere Künstler und Künstlerinnen schaffen ebenso viele Pflasterbilder zu Ehren des populären Heiligen.
StreetArt mit Wurzeln im 16. Jahrhundert
Madonnari – von “Madonna” – sind traditionell italienische Straßenkünstler, die sich auf religiöse Motive auf Straßen und Plätzen spezialisiert haben. Dabei verwenden sie farbige Kreide oder einfache Materialien. Die Ursprünge der Kunstform reichen bis ins 16. Jahrhundert. Heute werden auch moderne Techniken genutzt, einschließlich dreidimensionaler Perspektiv-Effekte.
Das monumentale Gemeinschaftsbild mit dem Titel “Die Vision des heiligen Franziskus” stammt von dem US-Künstler Kurt Wenner, Erfinder der dreidimensionalen Straßenkunst und künstlerischer Leiter der Veranstaltung. Es verwebt die Geschichte des Heiligen, der Stadt Assisi und die Schönheit der umbrischen Landschaft miteinander.
Drei Päpste und ein Wolf
Dargestellt sind unter anderen die Päpste Johannes Paul II., Franziskus, Leo XIV., die heilige Klara von Assisi, der heilige Carlo Acutis sowie der Wolf und andere Tiere, denen Franziskus gepredigt haben soll.
Das Werk würdigt die universelle Geschwisterlichkeit, den Frieden und die Sorge um die Schöpfung, die Franziskus in seinem berühmten Sonnengesang aufgegriffen hat. Sein typischer Gruß “Pax et Bonum” (Frieden und Heil) lade jeden Betrachter ein, diesen Segen weiterzugeben, hieß es.
Linoleum statt Straßenpflaster
Das Gemeinschaftskunstwerk entsteht nicht direkt auf dem Pflaster des Platzes, sondern auf einem speziellen Linoleum-Belag – einem natürlichen und ökologisch nachhaltigen Material, wie es hieß. Auch die 40 Einzelwerke mit einer Gesamtfläche von 220 Quadratmetern werden auf Linoleum ausgeführt, damit sie erhalten und ausgestellt werden können. In Assisi sind sie nur bis Dienstag (1. September) zu sehen.