Strombedarf im Juli gestiegen, Gasverbrauch gesunken

In Österreich hat sich der Energieverbrauch im Juli uneinheitlich entwickelt. Während die Abgabe von Strom an Endkunden im Jahresabstand um 1,6 Prozent auf 5,3 Terawattstunden (TWh) stieg, ging der Gasverbrauch um 2,2 Prozent auf 3,2 TWh zurück. Das geht aus aktuellen Daten der Regulierungsbehörde E-Control vom Dienstag hervor. Extreme Trockenheit führte bei den heimischen Laufkraftwerken zudem zu einem historischen Tiefstand bei der Stromerzeugung.
Die gesamte inländische Stromproduktion sank im Juli im Vorjahresvergleich um 16,9 Prozent auf 5,63 TWh. Ausschlaggebend war die extrem schwache Wasserführung der Flüsse: Der Erzeugungskoeffizient fiel mit 0,48 auf den niedrigsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1955, wodurch die Produktion der Laufkraftwerke um 43,6 Prozent einbrach. Bei Speicherkraftwerken gab es ein Minus von 16,2 Prozent, bei Windkraftanlagen von 8,5 Prozent. Zugelegt haben dagegen Wärmekraftwerke mit einem Plus von 2,4 Prozent. Die Erzeugung aus Photovoltaikanlagen wuchs um schätzungsweise ein Drittel und steuerte mehr als ein Viertel zur gesamten Stromerzeugung bei.
Deutlicher Anstieg der Stromimporte
Um die Lücke zwischen gesunkener Erzeugung und höherem Bedarf zu schließen, wurde deutlich mehr Strom aus den Nachbarländern bezogen. Die Stromimporte kletterten im Juli um 54,4 Prozent auf 2,58 TWh. Die physikalischen Stromexporte verringerten sich im selben Zeitraum um 19,7 Prozent auf 1,86 TWh.
Beim Gas sank die Abgabe an die Endkunden um 0,07 TWh auf 3,2 TWh, während die heimische Produktion inklusive biogener Gase um 3,6 Prozent auf 0,52 TWh stieg. Den heimischen Speichern wurden im Juli 0,54 TWh entnommen und 6,9 TWh zugeführt. Der Speicherinhalt lag am Monatsende mit 60,9 TWh um 17,3 Prozent (12,8 TWh) unter dem Vorjahreswert. Bei den grenzüberschreitenden Flüssen waren sowohl die Gasimporte (minus rund 25 Prozent auf 13,7 TWh) als auch die Exporte (minus 31,2 Prozent auf rund 4,5 TWh) rückläufig.