Stromkosten lassen sich ab April durch Netzrabatt senken

08.03.2026 • 05:00 Uhr
Stromkosten lassen sich ab April durch Netzrabatt senken

Ab April lassen sich in den Mittagsstunden 20 Prozent der Stromnetzkosten sparen. Damit der Rabatt abgezogen werden kann, müssen Kunden sich im Smartmeter-Portal ihres Stromnetzbetreibers registrieren und die sogenannten Viertelstundenwerte, auch “Opt-in” genannt, aktivieren. In der Regel sind das nach der Registrierung nur wenige Klicks. Wer zusätzlich beim Stromanbieter auf Monatsrechnung umstellt, kann bereits im Mai überprüfen, ob der Rabatt im April berücksichtigt wurde.

Der Netzrabatt beruht auf einer Verordnung der Energieregulierungsbehörde E-Control. Diese hat den Sommer-Nieder-Arbeitspreis (SNAP), wie er offiziell heißt, eingeführt, weil im Sommerhalbjahr rund um die Mittagszeit besonders viel Photovoltaik-Strom vorhanden ist. Mit dem Rabatt sollen Stromkunden einen Anreiz haben, Stromverbrauch in die Zeit zwischen 10 und 16 Uhr zu verlagern, damit Stromerzeugung und Verbrauch besser in Einklang sind.

Geschirrspüler, Klimaanlage und E-Auto-Laden zu Mittag

Besonders gut verlagert werden kann der Strom, indem bei Haushaltsgeräten wie Geschirrspüler, Waschmaschine und Trockner die Zeitvorwahl genützt wird. Aber auch der Einsatz von Klimaanlagen kann in dieses Zeitfenster gelegt werden. Am meisten lässt sich für jene sparen, die mit Wärmepumpe heizen oder Warmwasser erzeugen, sowie alle, die ein Elektroauto haben und dieses in der Mittagszeit aufladen. Wer allerdings Strom aus der eigenen Photovoltaik-Anlage bezieht oder Teil einer Energiegemeinschaft ist, kann den Rabatt nur bei jenem Strom nützen, den er aus dem öffentlichen Stromnetz bezieht.

Der “Sommer-Sonnenrabatt” von 20 Prozent auf die Netzgebühr gilt bis 30. September. Er wird automatisch verrechnet, “sofern die Netzbetreiber über die dafür nötigen Detaildaten verfügen”, wie es in den Erläuterungen zur Verordnung heißt. In der Praxis bedeutet es, dass im Smart-Meter-Portal des Netzbetreibers die Viertelstundenwerte aktiviert sein müssen, wie auch ein Rundruf der APA ergab. Einige Netzbetreiber wie Tinetz informieren über den Sommer-Nieder-Arbeitspreis bereits auf ihrer Webseite.

Netz OÖ beansprucht Ausnahmeregelung

In den meisten Netzgebieten sind bereits fast flächendeckend die neuen digitalen Stromzähler montiert. Die Netz OÖ erklärte gegenüber der APA jedoch, dass nicht alle ihre Smart Meter die erforderlichen Daten liefern könnten. Die Netz OÖ werde die im Gesetz vorgesehene Ausnahmeregelung in Anspruch nehmen, um nicht sofort alle Zähler per Lastprofil auslesen zu müssen. Die betroffenen Kunden sollen den Rabatt aber trotzdem nutzen können. Sie müssten diesen im Kundenportal anfordern, die Verbrauchserfassung erfolge dann über sogenannte Tarifregister. Netz OÖ kritisierte, dass der Wunsch nach der Viertelstundenauswertung erst in den vergangenen Jahren aufgekommen sei und seitens des Gesetzgebers davor nie die Rede davon gewesen und daher nun entsprechend schwierig umzusetzen sei.

Der Tiroler Netzbetreiber Tinetz hingegen begrüßte den neuen Niedertarif, er sei eine wichtige Maßnahme für eine Entlastung der Netze. Man habe intern bereits sämtliche Vorkehrungen für die Umsetzung ab 1. April getroffen. Die Aktivierung der Viertelstundenwerte sei bereits jetzt für alle Smartmeter der Tinetz möglich. Auch in Vorarlberg sind alle Zähler in der Lage, die nötigen Daten für die Verrechnung des Rabatts auszulesen. Der Vorarlberger Landesenergieversorger illwerke/VKW wies gegenüber der APA darauf hin, dass bei bestimmten Kunden, wie jene mit Wärmepumpe oder Photovoltaik-Anlage, die Viertelstundenwerte ohnehin bereits aktiviert sind. Bei Kärnten Netz hat bereits ein gutes Drittel der Kundinnen und Kunden der Auslesung der Werte zugestimmt.

Bei Netz NÖ will man die Kunden nach und nach automatisch auf die 15-Minuten-Auslesung umstellen, jedoch nicht flächendeckend bis April. “Wenn Kundinnen und Kunden den SNAP bereits ab April 2026 nutzen möchten, empfehlen wir daher, die Aktivierung der Viertelstundenwerte im Kundenportal selbst durchzuführen”, so ein Sprecher.