Einzelhandelswachstum stagniert – Verband fordert Entlastung

03.08.2022 • 12:07 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Teuerung setzte im ersten Halbjahr 2022 dem Umsatzwachstum des österreichischen Einzelhandels zu. Die Branche verbuchte zwar nominell mehr Umsatz, preisbereinigt blieb davon aber nicht viel übrig, schrieb die Statistik Austria am Mittwoch in einer Aussendung. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum erwirtschaftete der Einzelhandel, ohne Handel mit Kfz, aber inklusive Tankstellen, um 7,6 Prozent mehr Umsatz, real entsprach das einem Zuwachs von 0,2 Prozent.

Dabei lag der Umsatz bei Nicht-Nahrungsmitteln nominell um 9,7 Prozent über dem Vorjahreszeitraum, unter Berücksichtigung der Preisentwicklung ergab sich ein Umsatzplus von 4 Prozent. Bei Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren lag der Zuwachs nominell bei 0,8 Prozent, preisbereinigt bedeutet das ein Minus von 4,9 Prozent.

Für den Juni 2022 zeigt sich ein ähnliches Bild. Der Einzelhandel (ohne Handel mit Kfz, inkl. Tankstellen) erwirtschaftete nominell um 3,9 Prozent mehr als im Juni des Vorjahres, real ergab sich jedoch ein Minus von 5,5 Prozent. Im Handel mit Nicht-Nahrungsmitteln ergab sich sowohl nominell (-2,4 Prozent), als auch real (-8,3 Prozent) ein Minus. Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren verbuchte im Juni ein Umsatzplus von 7,5 Prozent, preisbereinigt ergab sich aber auch hier ein Minus von 1,2 Prozent.

Der Handelsverband fordert in diesem Kontext Entlastungen für die betroffenen Unternehmen. “Der Handel kämpft mit sinkenden Umsätzen auf der Konsumentenseite, muss aber gleichzeitig massive Steigerungen in der Beschaffung sowie bei den Energiekosten und Mieten finanzieren. Das geht sich alles nicht mehr aus, daher besteht unmittelbarer Handlungsbedarf”, sagte Obmann Rainer Will laut einer Aussendung am Mittwoch. Er plädiert für Neuregelungen bei Abgaben und Gebühren: “Relikte aus den Zeiten Maria Theresias wie die Mietvertragsgebühr sind nicht mehr zeitgemäß.”

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