Tote bei Unwettern in Zentral- und Südchina

07.07.2026 • 14:16 Uhr

Durch starke Stürme, Überschwemmungen und Erdrutsche sind in verschiedenen Landesteilen Chinas mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen und hunderte weitere verletzt worden. In Südchina wurden wegen der Unwetter und ihrer Folgen bis Dienstag etwa 50.000 Menschen in Sicherheit gebracht, in Nordchina gab es einen Erdrutsch mit mindestens fünf Todesopfern. Staatschef Xi Jinping forderte wegen des Ausmaßes der Unwetter eine “totale” Mobilisierung der Einsatzkräfte.

In der südlichen Region Guangxi brachte Hochwasser einen Staudamm zum Bersten. Der staatliche Sender CCTV verbreitete dramatische Videoaufnahmen, die zeigten, wie eine Flut aus schlammigem Wasser durch die zerborstene Betonstruktur bricht. Rettungskräfte mit Schwimmwesten suchten mit Schlauchbooten in den braunen Fluten nach Vermissten. Die Behörden richteten Notunterkünfte für die Flutopfer ein.

Mindestens vier Menschen starben in Guangxi durch die heftigen Regenfälle und Überschwemmungen, die der Taifun “Maysak” mit sich brachte. Acht weitere Menschen wurden vermisst.

Höchste Flutwarnstufe

In der Provinz-Hauptstadt Nanning riefen die örtlichen Behörden die höchste Flutwarnstufe aus. Mindestens 50.000 Menschen wurden evakuiert. Im Internet gingen Videos von Menschen in Guangxi viral, die in einem dörflichen Gebiet der Provinz in kniehohem Wasser mit Netzen oder bloßen Händen nach 800 bis 900 Schlangen suchten, die aus einer überfluteten Schlangen-Farm entwischt waren.

Aus der zentralen Provinz Hubei wurden laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua bis Montagabend elf Tote, ein Vermisster und 331 Verletzte infolge heftiger Gewitter und Stürme gemeldet. Zudem hätten die Unwetter etwa 4.800 Häuser beschädigt und 22 zum Einsturz gebracht. In anderen Gebieten wüteten dem Bericht zufolge Tornados.

Ein Mann in Hubei schilderte örtlichen Medien, dass sein Schwager durch den Sturm regelrecht aus seinem Haus in der Stadt Huanggang “gesaugt” worden sei und bewusstlos und nur schwach atmend vor dem Wohnkomplex gefunden worden sei. “Wandschränke, Sofas, Beistelltische, Esstische und Stühle wurden in einem Augenblick zunichte gemacht”, zitierte die Zeitung “Xiaoxiang Morning Herald” den Mann.

Xi schickt alle Rettungskräfte

Präsident Xi erklärte am Dienstag laut CCTV, die Rettungskräfte müssten “alle hinausgehen”. Er wies sie an, “mit vollem Einsatz Notfall- und Rettungsmaßnahmen zu organisieren, Verletzte zu versorgen, betroffene Bewohner anderweitig unterzubringen sowie Katastrophenschutz- und Hilfsmaßnahmen wirksam auszuführen”.

Der chinesische Wasserminister Li Guoying warnte, einige Küstengebiete und östliche Gegenden von Guangxi sowie der Südwesten der Nachbarprovinz Guangdong würden auch am Mittwoch von heftigen Regenfällen heimgesucht. Der Regen und die anhaltende Überflutung stelle einen “ernsthaften Test” für Staubecken und Dämme dar.

Zusätzlich zu den Stürmen und Überflutungen im Zentrum und Süden des Landes ereignete sich im Norden Chinas ein Erdrutsch. Bei dem Unglück in der Provinz Gansu starben laut Xinhua mindestens fünf Menschen. Die Rettungskräfte suchten demnach nach zwölf Vermissten. Wodurch der Erdrutsch in einem Dorf nahe der Stadt Longnan ausgelöst wurde, wurde nicht mitgeteilt.

Naturkatastrophen ereignen sich häufig in China, insbesondere im Sommer. Wissenschafter warnen allerdings, dass die Häufigkeit und Intensität von Extremwetter-Ereignissen durch den globalen Klimawandel zunehmen. Das bevölkerungsreiche China ist der größte Treibhausgas-Emittent der Welt, aber auch ein Treiber der Energiewende.